Übungskonzepte

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Auf dieser Seite soll der Zwischenstand der Dauerdiskussion um einen sinnvollen Übungsbetrieb jeweils aktuell dokumentiert werden. Insbesondere dient sie auch dem Ideenaustausch.

Begriffe

Klassische Klausurzulassung

Jede Woche muss ein Zettel mit Aufgaben zur Vorlesung gerechnet und abgegeben werden. Für richtige Lösungen gibt es Punkte. Eine Mindestzahl an über das Semester erreichten Punkten ist Voraussetzung, um an der Klausur teilnehmen zu können.

Problemorientierte Analyse des Übungsbetriebes

In der Debatte um den Übungsbetrieb treten immer wieder die gleichen Probleme zu tage. In diesem Abschnitt sollen Problemfelder (des konventionellen) Übungsbetriebes analysiert werden und (erprobte wie unerprobte) Ideen für einen verbesserten Übungsbetrieb gemäß dieser Problemfelder systematisiert gesammelt werden.

Problemfelder

Allzu oft bestehen Lösungen daraus, dass alle eine richtige Lösung von der Tafel abschreiben und vielleicht erklärt bekommen. Sinn einer Übung ist aber, dass der Stoff der Vorlesung wiederholt und angewendet wird und insbesondere Ansätze und besonders schwierige Schritte und Aufgaben besprochen werden. Dass dies in der Praxis selten geschieht, liegt vor allem an folgenden Problemen.

Kommunikation

Die Kommunikation zwischen den an Vorlesung und Übungen betiligten Personen funktioniert sehr unterschiedlich. Sehr oft verläuft die Kommunikation nur in eine Richtung (Dozent*in → Aufgabensteller*in → Übungsleiter*in → Studierende). Das reicht nicht aus. Insbesondere kommen die Erfahrungen / Diskussionen / Schwierigkeiten aus den Übungen (und auch aus der Vorlesung) fast nie bei den Aufgabensteller*innen an.

  • Es muss einen systematischen Rückkanal geben, der alle einbindet (Dozent*innen, Aufgabensteller*innen und Übungsleiter*innen). Oft sprechen die Dozent*innen direkt mit den Studierenden. Das ist gut, die Aufgabensteller*innen bekommen aber trotzdem meist nichts davon mit.
  • Es muss eine systematische Erfahrungsweitergabe zwischen den verschiedenen Generationen der Aufgabensteller*innen und Übungsleiter*innen geben.


Gefühlte Fachschaftsempirie (müsste man mal wirklich erheben):

  • Die Kommunikation ist der fast alles entscheidende Faktor für die Durchfallquote in der Klausur. Im Verhältnis dazu ist die Frage „Klausurzulassung: ja – nein“ irrelevant.
  • Eine gute Kommunikation erfordert, dass alle Beteiligten jeweils etwa eine Stunde pro Woche in Absprachen, Treffen etc. investieren.

Abschreiberei

Ein Hauptproblem ist das Abschreiben:

  • Die Studierenden geben selbst dann nicht ihre eigene Lösung ab, wenn sie eine haben, sich aber nicht sicher sind, ob sie korrekt ist.
  • Die Übungsleiter*innen wissen nicht, wo genau die Probleme liegen.
  • Studierende sagen und fragen nichts, weil sie Angst haben als Abschreiber*innen aufzufliegen.

Das System darf keinen Anreiz zum Abschreiben bieten.

Fehlerkultur

Die Fehlerkultur ist oft dürftig. Was oft fehlt, ist:

  • Aufmerksamkeit für falsche Lösungen. Warum ist sie falsch? Was ist dennoch daran richtig? Welches Wissen hat gefehlt zur Lösung der Aufgabe?
  • Eine Fragekultur, bei der es nicht peinlich ist, sondern als hilfreich gilt, banale Fragen zu stellen.
  • Möglichkeit und Anregung der Studierenden, sich auf die Übung vorzubereiten und sich Fragen zurecht zu legen. (Das funktioniert nicht, wenn sie erst während der Übung ihre Zettel zurück bekommen.)

Sinnkrise

Oft ist für Studierenden der Sinn der Aufgaben nicht nachvollziehbar. Dann bleibt nur: „Mach mal, was Papa sagt, irgendwann wirst du schon noch merken, wofür es gut war.“ oder „Ich kann zwar nichts damit anfangen, aber ich brauche die Zulassung.“ Beides ist ein echter Motivationskiller.

Die Art, in der Übungen korrigiert werden, strahlt zudem oft schon kulturell aus, dass es nur um Benotung ginge, dass die Studierdenden weder etwas von der Korrektur haben, noch dass die Ergebnisse für irgendjemand anderen von Relevanz wären.

Relevant sind:

  • Transparenz des Sinnes der Aufgaben
  • Lerntipps statt Bewertungen
  • Bedeutung des Vorlesungsinhaltes klären / zur Debatte stellen
  • Studierenden ermöglichen, eigenen Fragen nachzugehen / sie zur Diskussion zu stellen

Sandkasten

Die Aufgaben der Studierenden haben in der Regel keine Bedeutung außer erstens Knobelaufgaben zu sein, an denen man etwas lernt, und zweitens der Bewertung zu dienen. Wenn das erarbeitete Produkt dagegen für etwas nützlich wäre, würde dies die Motivation deutlich erhöhen.

Sammlung von Lösungsideen

Maßnahme Erläuterung Fürs Pro­blem "Kom­mu­ni­ka­tion" Fürs Pro­blem "Ab­schrei­be­rei" Fürs Pro­blem "Feh­ler­kul­tur" Fürs Pro­blem "Sinn­krise" Fürs Pro­blem "Sand­kasten" Va­ri­an­ten An­sprech­part­ner An­mer­kun­gen
Unterstütztes Selbstlernen
  • Keine festen Gruppen, sondern in Bereitschaft stehende Übungsleiter*innen, die Fragen zu bestimmten Themen beantworten. Die Fragen können schriftlich eingereicht werden und werden schriftlich konkret beantwortet. (Das Verschriftlichen der eigenen Frage geht mit erheblicher Sortierung einher und ist erfahrungsgemäß sehr produktiv.)
  • Die Studierenden können komplett selbst einteilen, wann sie was machen.
  • Fertige Übungen können zur Korrektur abgegeben werden
neu­tral neutral hilfreich neutral neutral Ist eine Frage einmal beantwortet worden, wird sie nicht wieder beantwortet. Studierende müssen sich die Antwort dann bei ihren Kommiliton*innen organisieren, sodass sie miteinander reden müssen. - Einerseits werden die Studierenden dazu erzogen zu reflektieren, wo sie nicht weiter kommen, andererseits werden sie nicht herausgefordert, sich auf die Lösungen / Probleme ihrer Kommiliton*innen einzulassen
Vorlesungsquizz Studierende müssen mittels Abstimmgeräten / passenden Webseiten in die Vorlesung personalisiert eingestreute Fragen beantworten, die eine Beschäftigung mit den Zetteln der vergangenen Woche voraussetzen. Richtig beantwortete Fragen bringen Bonuspunkte für die Klausur. neu­tral hilfreich, falls Er­satz für klas­si­sche Klau­sur­zu­las­sung neutral neutral neutral
  • in Frankfurt wird ein Teil der Klausurzulassung über ein Quizz in den Übungen erworben
  • Kurztests in den Übungen
-
  • eignet sich ggf. als Ersatz für Klausurzulassungen
  • Gerüchten zufolge an US-Unis erfolgreich im Einsatz
  • Steigert zusätzlich die Motivation, die Vorlesung zu besuchen
Miniprojekte Studierende erarbeiten Kurzvorträge / -ausarbeitungen zu Fragen am Rande des Vorlesungsstoffes. Z.B. "Populärwissenschaftlicher Zeitungsartikel über die Verleihung des Nobel-Preises an X." oder "Kurzreferat über die politische Debatte über Kernfusion". neu­tral hilfreich, falls Er­satz für klas­si­sche Klau­sur­zu­las­sung neutral hilfreich hilfreich - fs-physik@uni-koeln.de
  • eignet sich ggf. als alternativer Weg, Klausurzulassungen zu erwerben
  • im laufenden Einsatz
Learning by Teaching Physik-Studierende gestalten und halten unter fachlicher Aufsicht eine Art Schulunterrichtsstunden für Physik-Nebenfach-Studierende neu­tral hilfreich neutral hilfreich hilfreich Veranstaltungen für Schüler*innen (z.B. im Rahmen von Girls' Days etc.) statt für Nebenfachstudis machen fs-physik@uni-koeln.de
  • Erprobt, evaluiert und mehrfach weiterentwickelt. Siehe [1] und [2]
  • eignet sich ggf. als alternativer Weg, Klausurzulassungen zu erwerben, kann u.U. die Klausur auch komplett ersetzen
Erstellen von Musterlösungen durch Studis - neu­tral hilfreich, falls Er­satz für klas­si­sche Klau­sur­zu­las­sung neutral hilfreich hilfreich - - eignet sich ggf. als alternativer Weg, Klausurzulassungen zu erwerben
Wiederholung durch Studis Studis präsentieren Wiederholungen von Teilen des Vorlesungsstoffes unter fachlicher Aufsicht für ihre Kommiliton*innen. Ggf. stellen sie dabei zur Debatte, was sie selbst nicht verstanden haben oder ihnen bei der Vorbereitung besondere Schwierigkeiten bereitet hat. neu­tral hilfreich, falls Er­satz für klas­si­sche Klau­sur­zu­las­sung hilfreich hilfreich hilfreich
  • zu Beginn der Vorlesung
  • in der Übung
  • in gesonderten Tutorien
- eignet sich ggf. als alternativer Weg, Klausurzulassungen zu erwerben
Klausurzulassungen abschaffen
  • ermöglicht ehrliche Abgaben
  • fordert heraus, den Übungen einen neuen, fachbezogenen Sinn zu geben
neu­tral hilfreich hilfreich hilfreich neutral Klausurzulassungen nicht ersatzlos abschaffen, sondern durch was anderes ersetzen / Alternative Wege für Klausurzulassungen parallel ermöglichen
  • Was, wenn dann mehr Studis durch die Klausuren fallen? Hängt sehr von den übrigen Rahmenbedingungen (Zahl der Klausurversuche etc.) ab, ob das ein Problem ist.
  • Bislang keine systematischen Versuche bekannt. Es gibt zwar welche, aber unklar, welche Effekte sonstige Rahmenbedingungen haben (Umstellung von heute auf morgen, Leistungsdruck in anderen Studienbereichen, Qualität der Lehre). In vielen Diplomstudiengängen gab es gute Erfahrungen ohne Klausurzulassungen (z.B. in Potsdam und Köln), aber es ist unklar, inwiefern die sich 1:1 auf BaMa-Studiengänge übertragen lassen.
  • In Dresden gibt es Klausurzulassungen nur bei den Mathevorlesungen
  • Ist es nötig / richtig Studierende zu ihrem Glück zu zwingen?
  • siehe auch Stellungnahme der Kölner Fachschaft für die Abschaffung von Klausurzulassungen
Klausurzulassung durch "sinnvolles Bearbeiten" Falsche Lösungen / Sackgassen zu erläutern muss auf jeden Fall auch als "sinnvoll" gelten. neu­tral neutral hilfreich neutral neutral
  • fs-physik@uni-koeln.de
  • Würzburg?
  • Kriterium "sinnvoll bearbeitet" mitunter willkürlich
  • erfolgreich erprobt und im Einsatz
Studi-Aufgaben Studierende stellen eine eigene Aufgabe, welche in der Übung gemeinsam bearbeitet oder Teil des nächsten Übungsblattes wird. neu­tral neutral neutral hilfreich neutral - - -
Meta-Aufgaben Aufgaben, die auf den Sinnzusammenhang der Gesamtvorlesung zielen, z.B.: „Warum wurde die Lagrange-Mechanik erfunden, wenn man schon die Newtonsche Mechanik hatte?“ „In der Vorlesung haben wir das xy-Experiment gezeigt. Warum braucht man einen so komplizierten Aufbau? Recherchiere / denke dir 3 Alternativaufbauten aus und diskutiere ihre Vor- und Nachteile.“ „Kapitel 4 der Vorlesung hat nun 4 Wochen gedauert. Was denkst du, warum so viel Zeit darauf verwendet wurde? Hältst du das selbst für sinnvoll?“ neu­tral neutral neutral hilfreich neutral - - Wenn viele Übungsleiter*innen solche Fragen selbst nicht beantworten können, ist das egal. Sie werden ja die Antworten der Studierenden sehen und man kann gemeinsam daran lernen.
Bonuspunkte Erfolgreiche Bearbeitung der Zettel ergibt Bonuspunkte in der Klausur. neutral kontraproduktiv in der klassischen Form, siehe Varianten neutral neutral neutral Wird eine Mindestpunktzahl erreicht, bekommt man eine feste Zahl an Bonuspunkten in der Klausur. Dies lindert den Abschreibe-Anreiz auf das Maß der klassischen Klausurzulassung. (LMU München) -
  • Lindert den Druck, jede Woche etwas abliefern zu müssen
  • Bei klassischer Klausurzulassung ist der Anreiz abzuschreiben vorbei, sobald genügend Punkte erreicht sind. Bei Bonuspunkten statt klassischer Klausurzulassung existiert der Anreiz abzuschreiben bei allen Studis bis zum Ende des Semesters.
  • Vielfach im Einsatz
Fließtext-Feedback Fließtext-Feedback statt Punkten ermöglicht Lernen aus Fehlern. Beispiele: „Wenn du Sachen so und so aufschreibst, verrechnest du dich weniger leicht.“ „Du hast folgenden Denkfehler gemacht: ...“ „Du hast den Unterschied zwischen x und y nicht richtig verstanden.“ „Lies nochmal Kapitel 5 in der Vorlesung nach.“ „Kann es sein, dass dir Mathegrundlagen in abc fehlen? Schau mal in Kapitel 3 von Buch x.“ „Fokussiere dich bei den nächsten Zetteln mal auf Aufgaben, die mit ghj gekennzeichnet sind.“ neu­tral neutral hilfreich hilfreich neutral - - Erprobt in der Geographie in Köln. Dortige Regel: Unter jeden Zettel kommen mindestens 3 Sätze mit individuellen Tipps, Punkte werden nur in Ausnahmefällen gegeben. Die Einführung des Fließtext-Feedbacks war Teil eines Maßnahmenpaketes mit dem Ziel jede Form von Klausurzulassungen abzuschaffen. Es herrscht Konsens darüber, dass sich Gesamtpaket bewährt hat, die Qualität der Abgaben ist deutlich gestiegen, die befürchteten negativen Effekte des Verzichtes auf die Klausurzulassungen sind nicht eingetreten.
Musterlösungen
  • Musterlösungen geben Zeit, in der Übung gezielt bestimmte Fragen / Fehler zu diskutieren
  • Zusammen mit den Korrekturen vor der Übung zugänglich gemacht ermöglichen Musterlösungen, beides miteinander zu vergleichen, um Fragen zu überlegen.
  • Dann konzentrieren sich die Leute auf die Übung, statt während der Übung in den Korrekturen herum zu blättern
  • gilt ggf. auch für Musterlösungen
neu­tral neutral hilfreich neutral neutral - - Erschwert Aufgaben-Recycling, falls mit klassischer Klausurzulassung verbunden
Prämisse, dass niemand alles problemlos kann „Rechne Du mal vor, du hast es gut gemacht.“ → „Wer will vorstellen, wo er nicht weiter gekommen ist?“ neu­tral neutral hilfreich neutral neutral - - -
Lernziele erläutern Zu jeder Aufgabe auf dem Zettel einen Satz, wozu sie gut ist / was man daran lernt. neu­tral neutral neutral hilfreich neutral - - -
Mehrfachkorrektur Zettel werden (wie oft bei Praktikumsauswertungen) so oft zur Korrektur zurück gegeben, bis sie keine Fehler mehr enthalten. neu­tral neutral hilfreich neutral neutral - - Die Zahl der Aufgaben muss dann natürlich geringer sein, dafür werden diese Aufgaben dann genauer bearbeitet.
Zettel vor Übung zurückgeben
  • Ermöglicht es den Studis, sich auf die Übung vorzubereiten, z.B. Fragen zurecht zu legen
  • Dann konzentrieren sich die Leute auf die Übung, statt während der Übung in den Korrekturen herum zu blättern
  • gilt ggf. auch für Musterlösungen
neu­tral neutral hilfreich neutral neutral - - -
Übungssteller*in leitet selbst eine Übung - hilfreich neu­tral neutral neutral neutral Übungsersteller*in bietet Fragestunde an - -
Übungsleiter*innen-Seminar Z.B. ein Wochenende vor Semesterstart in der Jugendherberge zusammen mit den Übungssteller*innen hilfreich neutral neutral neutral neutral
  • Als hochschuldidaktische Fortbildung (leider gehen die üblichen Angebote an den Problemen vorbei)
  • Mit alten und neuen Ü-Leiter*innen zur Reflexion und Erfahrungsweitergabe
-
  • Wenn die Seminare arbeitsgruppenübergreifend sind, ist es besonders hilfreich für Ü-Leiter*innen, deren Vorgesetzte wenig für gute Lehre übrig haben,
  • In Bielefeld gibt es sowas in der Mathematik.


Noch in Tabelle einzuarbeiten:

Vorlesungsinhalt zusammengefasst

zu diesem Thema Präsenzaufgaben

Fragen zum nächsten Übungsblatt

alternative Darstellung des Stoffs der Vorlesung (Dozent \neq UE-LeiterIn)

sichtbar gestaffelte Aufgaben im Schwierigkeitsgrad

Literaturhinweise

freiwillige Zusatzaufgaben mit/ohne Kreuzen

Größe der Übungsgruppen

Kontrollfragen

offene Tutorien

eine Übung pro Aufgabe

"Doppelsteckung": https://zapf.wiki/%C3%9Cbungskonzepte_Erlangen-N%C3%BCrnberg

Notizen zum Testen neuer Ideen unter den Rahmenbedingungen bestehender Studiengänge

  • Neue Konzepte brauchen eine Weile, bis sich alle daran gewöhnt haben / damit Erfahrungen gesammelt haben / Anlaufschwierigkeiten behoben wurden. Deshalb sollten Tests über mehrere Semester gehen und zwischendurch an Hand der Erfahrungen nachjustiert werden.
  • Neues muss erst gelernt werden. Z.B. ist es naheliegend, dass bei der Neueinführung von Miniprojekten (siehe Tabelle) eine Menge Zeit dafür gebraucht wird, Schreiben oder Vortragstechniken zu lernen. Beim Vorlesungsquizz (siehe Tabelle) müssen alle Beteiligten erst einmal lernen, mit der Technik umzugehen etc. Probiert man so etwas bei einer einzelnen Veranstaltung aus, führt das naheliegenderweise zu erheblichem Mehraufwand / weniger Zeit für die eigentlichen Inhalte. Wenn man soetwas allerdings in der Fläche einsetzt, verteilt sich dieser Mehraufwand und wird in jeder Veranstaltung eine untergeordnete Rolle spielen. Zudem werden zusätzliche Kompetenzen (z.B. (populär-)wissenschaftliches Schreiben) erlernt, was ein zusätzlicher Mehrwert ist oder später bei der Ba-Arbeit Zeit spart. Dieser Effekt muss sowohl bei der Konzeption eines Tests (mehr Zeit / Hilfskrafte etc. einplanen) als auch bei der Bewertung der Erfahrungen berücksichtigt werden.
  • Insbesondere für die Abschaffung von Restriktionen wie Klausurzulassungen gilt: Steht ein Gefäß unter Druck und macht man an einer Stelle ein kleines Loch rein, ist klar, was passiert. Schlussfolgerungen für den Test von Restriktionsabschaffungen:
    • Am besten nicht nur in einer Veranstaltung, sondern für eine Reihe von Veranstaltungen der Kohorte
    • Die schwiergste Veransatltung / die Veranstaltung, die mit dem höchsten Arbeitsaufwand einher geht, muss auf jeden Fall Teil des Tests sein
    • Es bieten sich vor allem Lehramtsstudiengänge für Tests an: Die Studierenden sind das Nebeneinander verschiedener Arbeitskulturen / -methoden aus ihren verschiedenen Fächern gewohnt. Sie wissen z.B., dass man auch für Veranstaltungen etwas tun sollte, in denen nicht alles auf Schritt und Tritt abgefragt wird.
    • Zeit geben: Vielleicht müssen erst ein Jahr ziemlich viele Studierende durch die Klausuren fallen, bevor sich herum spricht, dass man die Übungen auch dann machen sollte, wenn man nicht dazu gezwungen wird. Eigenverantwortung muss gelernt werden, genau so wie mathematische Methoden. Dies ist auch durch entsprechende Hilfestellungen / Beratungen / (vorübergehende) Aufhebung der Klausurversuchsrestriktionen zu berücksichtigen.

Zum Weiterlesen

ZaPF-Beschlüsse zum Thema

Die darin vorkommenden Ideen sind bereits in diese Übersichtsseite eingearbeitet.

Weiteres Material

  • Dokumentation des Diskussionsstandes in Köln, Stand 12.2016. Enthält außerdem Überlegungen zum sinnvollen Testen neuer Ideen unter den Rahmenbedingungen bestehender Studienordnungen und einige Ideen zur Gestaltung der Praktika
  • Stellungnahme der Kölner Fachschaft für die Abschaffung von Klausurzulassungen
  • Morus Markard: Begabung, Motivation, Eignung, Leistung – Schlüsselbegriffe der aktuellen Hochschulregulierung aus kritisch-psychologischer Sicht. Forum Wissenschaft 1/98, S. 36ff. Besonders spannend darin: Kritik an der (im Diskurs um den Übungsbetrieb) oft vorzufindenden Gegenüberstellung von intrinsischer und extrinsischer Motivation
  • Bundesassistentenkonferenz / Hochschuldidaktischer Ausschuss: Forschendes Lernen – wissenschaftliches Prüfen: Ergebnisse der Arbeit des Ausschusses für Hochschuldidaktik. 2. Auflage, Bonn 1970. *Das* Grundsatzpapier zur Hochschuldidaktik. Seitdem ist leider nicht mehr viel Neues passiert...

AKs zum Thema

Die wesentlichen Ideen und Ergebnisse aus den AKs wurden bereits in dieser Übersichtsseite eingearbeitet.

Gesamtübungskonzepte

Inzwischen wurden alle Ideen aus den folgenden Konzepten in die Tabelle oben eingearbeitet. Die Beschreibungen auf den folgenden Seiten enthalten darüber hinaus keine wesentlichen Informationen außer zur Gruppengröße der Übungen und haben eher historischen Wert: