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Vorstellung des AKs

Verantwortliche*r: Sonja (Kiel), Leon (Kiel), Janosch (Kiel)

Einleitung und Ziel des AK
Austausch und Resolution

An der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wurde im Frühjahr 2026 eine universitätsweite Wiederbesetzungssperre beschlossen. Hintergrund sind nach Darstellung des CAU-Präsidiums massive Kürzungen in der Grundfinanzierung nach Abschluss der Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit dem Land Schleswig-Holstein für die Jahre 2026 bis 2029 sowie gleichzeitig steigende Betriebskosten. Um kurzfristig Personalkosten zu reduzieren, sollen freiwerdende Stellen zunächst für neun Monate nicht wiederbesetzt werden. Auch vakante Professuren sowie temporäre Vakanzen, etwa durch Elternzeit oder Langzeiterkrankungen, sollen grundsätzlich nicht vertreten werden.

Aus studentischer Perspektive wirft diese Maßnahme weitreichende Fragen auf. Wenn Professuren, Lehrstellen oder unterstützende Stellen nicht nachbesetzt oder vertreten werden, kann dies direkte Auswirkungen auf Lehrangebot, Prüfungsorganisation, Beratungsstrukturen und Studienverläufe haben. In der Physik an der CAU wurde bereits diskutiert, dass einzelne Lehrveranstaltungen perspektivisch seltener angeboten werden könnten und sich dadurch Studienzeiten verlängern könnten. Besonders problematisch ist dabei, dass längere Studienzeiten einige Gruppen von Studierenden besonders treffen: BAföG-Bezieher*innen, Stipendiat*innen, internationale Studierende, Studierende mit Care-Arbeit oder finanziell prekäre Studierende können durch Verzögerungen besonders belastet werden.

Im AK würden wir uns gerne über Folgen von Wiederbesetzungssperren und ähnlichen Sparmaßnahmen für Studium, Lehre und Hochschulstrukturen austauschen. Zentral sind Fragen nach der Verantwortung von Ländern und Hochschulleitungen, nach der Priorisierung von Lehre gegenüber anderen Ausgaben, nach Transparenz in Sparprozessen und nach studentischer Mitbestimmung. Ziel des AK ist es, gemeinsame Standpunkte zu formulieren und eine Resolution der ZaPF zu erarbeiten, die sich gegen Einsparungen auf Kosten von Studium, Lehre, Beschäftigten und Chancengerechtigkeit richtet.

Handelt es sich um einen Folge-AK?
Nein.

Wer ist die Zielgruppe?
Alle. Wir freuen uns sehr über Hilfe von erfahrenen Menschen im Bereich Hochschulfinanzierung, da wir uns hier auch das erste Mal damit auseinandersetzen müssen.

Wie läuft der AK ab?

Bericht zur aktuellen Situation in Kiel

Austausch mit möglichen beispielhaften Leitfragen, falls sich dies nicht natürlich ergibt:

  • Welche Auswirkungen haben Wiederbesetzungssperren und ähnliche Sparmaßnahmen konkret auf Lehrangebot, Prüfungen, Abschlussarbeiten und Studienzeit?
  • Welche Gruppen von Studierenden sind besonders betroffen?
  • Wie können Hochschulen sicherstellen, dass Sparmaßnahmen nicht zulasten der Lehre gehen?
  • Welche Verantwortung tragen Landesregierungen für eine auskömmliche Grundfinanzierung der Hochschulen?
  • Welche Forderungen sollte eine ZaPF-Resolution enthalten?

Zusammenfassung der Ergebnisse und Erarbeitung einer Resolution

Voraussetzungen (materielle und immaterielle)
Ggf. Laptop oder Ähnliches zum Schreiben der Resolution.

Materialien und weitere Informationen

Guter erster Einblick:

Beitrag NDR vom 04.03.2026: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/uni-kiel-besetzt-wegen-geldproblemen-keine-stellen-neu,stellenbesetzungssperre-100.html

Stellungnahme zur Wiederbesetzungssperre in Kiel vom AStA https://asta.uni-kiel.de/wiederbesetzungssperre-an-kieler-uni-asta-kritisiert-sparkurs-der-landesregierung/

Artikel KN vom 05.03.2026: https://www.kn-online.de/lokales/kiel/studium-welche-folgen-hat-die-wiederbesetzungssperre-an-der-cau-kiel-Q4QKMCNRPJCULCQB2HA6KYH76E.html

Wenn noch mehr Bock zum Lesen besteht:

Artikel KN vom 03.03.2026 https://www.kn-online.de/lokales/kiel/cau-kiel-verhaengt-wiederbesetzungssperre-fuer-frei-werdende-stellen-ADLRAPY34FHKRIAIFP5B7MZCKA.html

Artikel KN vom 07.03.2026: https://www.kn-online.de/lokales/kiel/kommentar-zur-wiederbesetzungssperre-sparzwang-fuer-cau-kiel-zur-unzeit-Z7M67PKPEFG73NESQ5TT6QL6NI.html

AStA-Aufruf zur Vollversammlung Wiederbesetzungssperre vom 06.05.2026: https://asta.uni-kiel.de/wiederbesetzungssperre/

SoSe26 AK Wiederbesetzungssperre

Protokoll

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SoSe26 AK Wiederbesetzungssperre

Protokoll vom 14.05.2026

Beginn 11:06 Uhr Ende 13:00 Uhr Redeleitung Sonja (Uni Kiel) Protokoll Vincenz (TU Ilmenau) Amélie (Uni Kiel) Anwesende Fachschaften - TU Chemnitz, - Universität Hamburg (Physik), - TU Illmenau, - Universität Kiel, - Universität Köln (Physik), - TH Lübeck, - Universität Marburg

Protokoll

Sonja begrüßt die Anwesenden und leitet ein. Ziel des AKs ist das Verfassen einer Resolution.

  • Wissen alle was eine Wiederbesetzungssperre ist? - Ja.
  • Wissen Menschen, was aktuell an der CAU Kiel passiert? - Nein.

Es soll besprochen werden was es an anderen Universitäten für Sparmaßnahmen gibt. Sonja erklärt die Problematik, als Gliederung dienen die folgenden Punkte:

Ausgangslage

  • Frei werdende Stellen sollen grundsätzlich nicht sofort wiederbesetzt werden, sondern bleiben für 9 Monate ohne Vertretung unbesetzt.
  • Es sind weitere Kürzungen geplant.
  • Betroffen sind vorallem die Stelen die aus Landesmitteln und und dem Grundhaushalt finanziert werden.

Die Uni Kiel muss 20€ Mio. sparen und möchte durch die Wiederbesetzungssperre 8€ Mio. sparen. Der im letzten Semester eingeführte Verwaltungskostenbeitrag (60€/ Semester) stabilisiert die Lage offenbar nicht ausreichend. Eingeführt wurden die Verwaltungsgebühren mit dem Versprechen das der aktuelle Standart erhalten werden kann und soll.

  • Die Widerbestzungssperre sei alternativlos, es wurden jedoch keine anderen Maßnehmen geprüft - zumindest ist keine weitere Prüfung bekant.
  • Die Maßnahmen treffen die Personen und Studiengänge sehr willkürlich.

Ausnahmeregeln

  • Grundsätzlich sind alle Stellen betroffen, vor allem Professuren, Wissenschaftliche Mitarbeitende, etc.
  • Stellen in Lehre, Verwaltung und Forschung werden abgebaut und die Regeln zu Ausnahmefällen sind sehr strikt.
  • Ausgenommen sind Stellen in sicherheitsrelevanten Bereichen, der kritischen Infrastruktur, Verlängerung von Promotionen und Habilitationen und wissenschaftliche Hiflskräfte.
  • Wissenschaftliche Hiflskräfte zählen als Sachmittel und sind deshalb nicht von der Regelung betroffen.

Es gibt keine Pauschalen Ausnahmen für die Lehre, das wurde von dem Präsidium klar kommuniziert. Bei Langezeiterkrankungen, Vakanten Professuren und sonstigen Ausfällen dürfen diese Stellen nicht nachbesetzt werden. Über die Ausnahmen hat das Präsidium entscheiden.


Folgen für Lehre und Physik

  • Wenn das Personal fehlt können Angebote nur noch seltener statt finden (wenn überhaupt).

Das könnte zu einer Verlängerung des Studiums um bis zu 2 Jahre führen, da (Pflicht) Module nur alle zwei Jahre angeboten werden können.

  • Für die Physik sind die Kürzungen besonders relevant, weil sie sehr Personal- und Infrastrukturintensiv ist. Vor allem Praktika und Laborveranstaltungen brauchen viele Betreuende Personen.
  • Vor allem Menschen mit Prekärer Finanzierungslage sind besonders betroffen, weil z. B. BafÖG-Ämter die Gründe für ein Verlängertes Studium nicht berücksichtigen.
  • Zugleich erhöht sich der Druck auch auf die Beschäftigten durch den Mehraufwand. Frauen und Sorgepersonen sind auch hier besonders betrofffen.

Infrastruktur und Bau

Es gibt viele Sanierungsbedürftige Gebäude, deren Renovierung wurde teilweise auf Eis gelegt um Gelder ein zu sparen. Angefangene Renovierungen sollen zu Ende gestellt werden

Exzellenzstrategie

Selbst bei einer erfolgreichen Exzellenzbewerbung sind die Mittel Zweckgebunden, zeitlich begrenzt und nicht für die Grundsicherung vorgesehen. Zusätzlich sind die Mittel der Exzellenzförderung niedriger als die Finanzierungslücke.

Reaktionen

  • Der AStA äußert Kritik daran das die Sperre direkt nach der Einführung der Verwaltungspauschale für Studis kommt.
  • Das Bildungsministerium verweist auf die Hochschulautonomie.
  • Die Hochschule weiß sich nicht anders zu helfen, die Hochschulautonomie wird als Ausrede verwendet.


Mögliche Forderungen für die Resos

Transparente Offenlegung, welche Alternativen geprüft wurden und warum sie verworfen wurden Keine Verlängerung der Wiederbesetzungssperre über dem 1. Januar 2027 hinaus

Gespräch in dem AK

Gibt es ein Jährliches Finanzierungsproblem?

  • Das Problem wird jedes Jahr schlimmer, das Loch ist jetzt schon riesig.
  • Das Land hat zusätzlich beschlossen weniger zu bezahlen.

Erfahrungsberichte:

  • In NRW wurden 120€ Millionen gekürzt.(von der Regierung). An der Universität werden Gelder "nacheinander" gekürzt und andere Töpfe erstritten. Trotzdem ist die Lehre (Praktikabetreuung) doppelt belastet.
  • Chemnitz hatte das letzte Jahr eine Wiederbesetzungssperre. Die hat man glücklicherweise bei den Naturwissenschaften nicht zu sehr bemerkt. Es wird aber weiter gestrichen, da das Land ein großes Finanzierungsloch hat. Das Präsidium verteilt Geld an die Fakultäten nach ausgewählten Kennzahlen. Von dem Geld werden allerdings alles bezahlt auch die verbeamteten Personen. Das führt vor allem dazu, dass befristete Stellen nicht verlängert werden. Eine der Kennzahlen ist Auslastung der Lehre, wo Praktika nur halb mit reinzählen. Daher ist die Auslastung bei uns im 30% Bereich.
  • Eine Studiumsverzögernde Maßnahme (Modul das nicht angeboten wird) kann die Universität dazu zwingen einen Mindestlohn zu zahlen, Quelle folgt noch.

Die Uni muss das Modul anbieten bzw. sicherstellen können, dass die Regelstudienzeit weiterhin erreicht werden kann. (Rückstufung eventuell auch möglich).

  • In Hamburg gibt es seit zwei oder drei Jahren ein ähnliches Verfahren (Vakanz-Regelung).

Dort müssen Vakante stellen für ein bis eineinhalb Jahre Vakant gehalten werden. So sollen Gelder eingespart werden, als Folge gibt es keine Sicherheitsreferent:in. Die Abhilfe schafft aktuell die Personallage durch die Exellenzcluster, trotzdem kommt es zu Übungsgruppen mit über 100 Studis.

  • In Thüringen: Es steht zur Debatte ob man Unis und oder Hochschulen zusammenlegt und möglichst gut zusammen arbeitet. Dadurch soll Geld gespart werden. Wie genau, ist allerdings unklar. Es sollen Verwaltungstellen zentralisiert werden (z.B. eine Stelle für 3 Unis). Außerdem sollen Module an andere Unis exportiert werden. Es wurden bisher Synergien gesucht, als Maßnahme vor Fusion und Schließung einzelner Hochschulen.

Auch hier muss die Universität an vielen Punkten Geld sparen. Als Sparmaßnahmen sollen z. B. die Prüfungsämter zusammengelegt werden. Hauptsächlich geht es um die Einsparung von Verwaltungskosten.

Ergebnisse des Brainstorming

  • Sparmaßnahmen: Studiengang streichen, Studienplatz streichen, Gießkannenprinzip, Fakultäten Wettbewerb, Unis zusammen legen
  • Gefahren: Modul Mangel, Ausnahmeregeln vordefinieren, sinkende Lehrqualität
  • Verantwortung: Studierbarkeit, Bildungschancen und Gleichheit, Schutz von marginalisierten Gruppen
  • Aufgaben der Fachschaft: Auf ZaPF Resos verweisen, Zeitungen/Extra3 einladen, Vollversammlung, Mangel dokumentieren, Probleme dokumentieren, Fakultäts übergreifender Brandbrief, Senat informieren/überzeugen

Stichpunkte für die Reso

Angesprochen werden soll das Präsidium, da dieses für die Kürzungen zuständig ist. Auch an die Presse zu gehen damit ist eine gute Idee.

An die Resos zur Hochschulunterfinanzierung anknüpfen

Forderungen Reso

  • Transparente Kommunikation des Präsidiums
   * Faires Verfahren + HowTos
   * Keine Kürzung in der Lehre
  • Studierbarkeit muss garantiert werden in Regelstudienzeit
   * Ausnahmeregelungen
   * Qualität statt Mangelverstätigung 
  • anstehende Landtagswahl
   * Fokus auf Lehrkräfte/Nachwuchs
  • Verantwortung Land/HS (einfach direkt übernehmen)

https://pads.zapf.in/SoSe26_Goettingen_AK_Wiederbesetzungssperre

Zusammenfassung/Ausblick

Es wurde sich ausgehend von der eingeführten Wiederbesetzungssperre an der CAU darüber ausgetauscht, was das Problem ist, ob andere Universitäten ähnliche Erfahrungen mit Kürzungsmaßnahmen hatten, und was die Folgen für Studium und Lehre sind. Gemeinsam wurden Forderungen an das Land Schleswig-Holstein ausgearbeitet, auf denen basierend eine Resolution entsteht.

Inhaltsverzeichnis