WiSe23 AK Nachteilsausgleich

Aus ZaPFWiki

Vorstellung des AKs

  • Verantwortliche/r: Leonie (Düsseldorf)
  • Ziel des AKs: Austausch
  • Handelt es sich um einen Folge-AK: nein
  • Materialien und weitere Informationen: Keine.
  • Wer ist die Zielgruppe?:
  • Wie läuft der AK ab?:
  • Materielle (und immaterielle) Voraussetzung:
  • Sonstige Vorstellung: Keine.

Arbeitskreis: Nachteilsausgleich

‘’‘Protokoll’‘’ vom 29.10.2022

Beginn 11:10 Uhr
Ende 12:30 Uhr
Redeleitung Leonie (Düsseldorf)
Protokoll: Chris (Marburg), Sebastian (TU München)
Anwesende Fachschaften:
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Freie Universität Berlin
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Emmy-Noether-Universität (Georg-August) Göttingen
Humboldt-Universität zu Berlin
Justus-Liebig-Universität Gießen
Leibniz Universität Hannover
Ludwig-Maximilians-Universität München
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Philipps-Universität Marburg
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Ruhr-Universität Bochum
Technische Universität Bergakademie Freiberg
Technische Universität Berlin - Naturwissenschaften
Technische Universität Braunschweig
Technische Universität Darmstadt
Technische Universität München
Universität Bremen
Universität Potsdam
Universität Rostock
Universität zu Köln


Protokoll

WiSe23_AK_Nachteilsausgleich

Ausblick

Folge AK für argumentativen Austausch

Zusammenfassung

Arbeitskreis: Nachteilsausgleich psych. Erkrankung

Begrüßung und Fragerunde zu Vorwissen/Erfahrungen.

Uni Köln: Nachteilsausgleich (NA) geht über den Prüfungsausschuss vorsitz, dh der eigentliche Prüfungsaussuss bekommt das gar nicht mit. Es wird sich viel auf ärztliche Atteste berufen. zB Menschen mit Autismus welche in einem iegenem Raum geschrieben haben, Sehbeschränkte die gesonderte groß gedruckte Klausuren bekommen, etc. I.d.R können sich Studis mit Dozenten auseinandersetzen aber auch im Prüfungsbüro nachfragen. Es gibt gesondere Räume.

Frage von Uni Bonn: was ist mit extra Räumen gemeint?

Antwort Uni Köln: es gibt dedizierte Räume die genau für solche Zwecke beiseitegelegt sind.

Göttigen: relativ einfach, mit ärztlichem Attest geht man zum/zur Studiendekanin, dort bekommt davon dann einen Bescheid mit dem man an die Profs geht, idealerweise dann ca 1 Monat vorher damit das umgesetzt werden kann. Problem ist i.d.R. nicht rechtlich sondern eher an der Umsetzung (Organisatorische Probleme)

HU Berlin: bis vor einem Jahr sehr ähnlich, dann hat sich der PA geändert und Anträge die sonst angenommen wurden scheinen sehr willkürlich abgelehnt zu werden. zB wenn der Arzt seitdem gewechselt hat (Kinderpädagoge hat erste Diagnose gemacht, ein anderer das dann später). Teilweise wurde dort auch wieder zurückgerudert aber es läuft auch eine Klage gegen das Prüfungsamt. Bei falschem Titel des Psychologen auf Attesten wurden diese auch schon abgelehnt.

Uni Erlangen: re: Göttingen, bei uns ist das ähnlich via email an PA. Ansonsten allgemeiner: Viel schwieriger scheint es bei Staatsexamen zu sein. Man muss zum Amtsarzt, der dann ein Gutachten erstellt, dort wird dann alles was man sich nur ausdenken kann eingefordert, (alle Diagnosen, ausführlicher Verlauf, etc, halt alles). Wie ist das bei anderen?

Uni Köln: keine Probleme, aber auch kein Staatsexamen.

Uni Potsdamm: es gibt eine psychologische Beratungsstelle, eine Stellungname von denen reicht dann auch dem PA. Scheint auch sinnvoll, weil man ja ggf noch keine Therapiestelle hat o.Ä.

Uni Braunschweig: Erfahrung aus dem PA: noch recht wenige Studis, bisher nur ein Antrag der auch gut lief. --> gehen also alle Anträge an den gesamten PA? --> ja scheinbar

HU Berlin: geht eigentlich nur an den PA wenn der Vorsitzende das initial ablehnt.

Uni Braunschweig: Diversitystelle hilft auch

Auswertung der vorab gestellten Umfrage:

siehe Wiki

Hast du von psychischen NA gehört? 60% ja, 40% nein Wie viele haben eine psych Beeintr.? ca 50:50 mit gemischten Stadien der Behandlung und Diagnose bei “ja”. Von denen mit psych. Beeintr. wissen die meisten wo sie infos bekommen können, auch wenn sie das ggf noch nicht getan haben. Die meisten Menschen mit Beeinträchtigung haben keinen NA beantragt. Wie lief der Antrag unter denen die einen beantragt haben? In Summe: Relativ stressig, lang und anstrengend. Dennoch 55% eher positiv als negativ zufrieden in Summe mit dem Ergebnis.

Bzgl Anzahl Überforderter Studis mit und ohne psych. Erkrankungen und/oder NA:

TU München: der NA scheint ja Positives zu bringen, siehe Proportionen der Überforterten Studis allgemein vs Proportionen der Überforderten Studis mit psych Beiintr. und NA. Das heißt natürlich nicht dass es nicht besser sein kann.

HU Berlin: Frage an die Runde - wie ist das mit den Anträgen? Bei uns muss man jede Klausur jedes Semester einzeln beantragen, und die Atteste dürfen nur ein Jahr alt sein.

Uni Köln: wird im Prüfungsamt hinterlegt und muss nur bei Veränderung nachgetragen werden.

Uni Potsdamm: es ist ähnlich, man muss ggf eine Verlängerung beantragen.

Uni Bonn: Ateste von Legastinie oder Diskalulie dürfen nur 5 Jahre alt sein, sonst gibt es sowas nicht.

Düsseldorf: Es gab die Möglichkeit nur jeden einzelnd zu beantragen. Das führt dazu dass man es halt irgendwann nicht macht. Nur durch längere Diskussion mit viel Müh und Not konnte dann ein Antrag der dann das ganze Studium hält durchgeboxt werden.

HU Berlin: das Attest muss spezifische Maßnahmen beinhalten.

Uni Bonn: Gutachten von einem Facharzt wird bevorzugt mit Empfehlung, kann aber vom PA verändert.

Marburg: Gibt es Unis an denen nicht gefordert wird dass man spezifische Diagnosen angeben muss? d.h. Unis bei denen man lediglich die Symptome oder die NA im Attest stehen hat ohne eine medizinische Diagnose?

Uni Erlangen: im Fachbereich reicht ein Attest bei dem eine spezifische Konsequenz ohne Symptomangabe angegben ist.(wahrscheinlich nur am Fachbereich)

HU Berlin: Es muss keine spezifische Diagnose drinstehen nur die Symptomatik.

TU Brauenschweig: Es wird in Zukunft sich noch was ändern.

Uni Köln: Servicezentrum Inkluzsion mit vielen Infos zu wie beantrage ich NA mit Hinweis auf Diagnose ist optional.(https://inklusion.uni-koeln.de/tipps__informationen/nachteilsausgleich/index_ger.html)

TU München: es muss nicht nur eine Diagnose angegeben werden, sondern erkrankungsspezifische Auswirkungen. Aber viel erschreckender ist gerade dass die FS im Alltag damit keinen Kontakt hat, und es allgemein sehr wenig Wissen im Umlauf gibt. Frage nach Infoveranstraltung von FS zu dem Thema.

Düsseldorf: Beschreibung der Symtome und warum mensch was fordert. fördert das Hämnis das wirklich abzugeben und zu beantragen. Re: Infoveranstaltungen und kursierendes Wissen: es gibt Ahnung aufgrund von persönlichen Erfahrungen, aber es kursiert auch relativ wenig.

HU Berlin: Erfahrungen durch eigenen Antrag, Infos bei Erstisveranstaltung, AStA zahlt bei Ablehnung die Gerichtskosten.

Uni Bonn: hat vom AStA auch ein Referat welches sich mit chronischen Erkrankungen befasst.

Uni Köln: auch vom AStA, und auch vom Studierendenwerk. Spezifischer in der Physik gibt es noch ein “Team Obelix”(https://fs-physik.uni-koeln.de/angebote/obelix/)

Uni Potsdamm: Sehr wenig breites Bewusstsein, es gibt aber von den Studis ein Ref die dann unterstützt.

Uni Rostdock: auch sehr wenig Erfahung und Wissen. Kaum Erwähnung in (Ersti-) Veranstaltungen.

Köln: Wie ist das mit den erwähnten Studienverlaufsplänen, kann man also nur nach abgesprochenen Plan studieren?

Uni Rostdock: Doch, Chaos-Studium ist möglich, aber ab einer Überschreitung der Regelstudeinzeit kann eine verpflichtende Beratung möglich sein mit Zielvereinbarungen.

Uni Giessen: hat in der ErstiWoche das ganze angesprochen, es gab dann auch von Studis Rücksprache. Da war dann es unsicher ob es auch bei Sachen wie chronischer Migräne geben?

TU Darmstadt: leider muss bei chronischer Erkrankung laut Rechtspruch die Uni keinen NA anbieten. Dazu zählt dann auch sowas wie ADHS, Migräne etc. Man hat auch mit Freiburg gesprochen, wo diese harte Linie leider auch umgesetzt wird. Die meisten Unis sind zum Glück da kulanter, aber prinzipiell könnte jemand klagen und dass wieder eindampfen.

HU Berlin: Ist das wirklich so? Hier wird das genau umgekehrt geregelt?

Marburg: Ausgleich nur für zeitweisen Nachteil.

Düsseldorf: Umgekehrt zählt es auch aus eigener Erfahrung nur wenn es mindestemns 6 Monate anhält?

Göttingen: Bei uns stehen chronische Erkrankungen explizit drinnen.

TU Darmstatt: Laut eigener Recherche ist das ziemlich Wurscht was in der Prüfungsordnung drinnen steht, rein rechtlich greift das nicht.

LMU: Laut Websites Nachteilsausgleich nur für chronische Einschränkungen, für kurzzeitige soll man sich eher krankschreiben lassen.

Letzer Abschnitt: konkretere Ziele und Umsetzung

Braunschweig: was sind denn so konkretere Maßnahmen die man Umsetzen kann?

TU München: wollen wir darüber nachden einfach mal dagegen zu klagen?

TU Darmstadt: Reseo in FolgeAK, schauen obs noch andere BuFaKas gibt die sich anschliesen wollen oder Woran man sich anschließen kann

Bonn: direkt dazu und anderen BuFaTas: gibt es Informationen die man an Unis und an andere BuFaTas geben kann, zB zum Präzedenzfall --> ja lässt sich einrichten

Uni Köln: “krass wie kacke eure Prüfungsordnungen sind!” in Köln wird das ganze deutlich sinvoller geregelt, und pro Studis. Wie ist das denn bei anderen Unis?(https://physik.uni-koeln.de/fileadmin/Downloads/Ordnungen_23_24/AM_2023-72_BPO_Physik.pdf)

Düsseldorf: müsste selbst nachschauen. Umlenken auf konkrete Maßnahmen für FS. Gibt es Bedarf für Folge-AK?

Rostock: Müssen den NA mehr bewerben. How to Prüfungsrecht zur Prüfungsanmeldung damit man mehr als nur einen Nebensatz dazu weiß.

Bonn: persönlicher Takeaway: rausfinden inwiefern NA genutzt werden, und wie gut das lief. Einfach Wissen sammeln in der FS was der “ist”-Zustand ist.

München: Wo und wie finden diese Info(Veranstaltungen) statt.

HU Berlin: es gab einen Abschnitt auf der Ersti-Fahrt.

Uni Freiburg: zusätzlich zu TU München, wie viel bringt denn der NA i.d.R.?

HU Berlin: der NA ist ggf schon echt hilfreich und macht sehr viel aus.

Erlangen: kommt auf die Art des NA an. Auch Möglichkeiten wie Extraraum

HU Berlin: Ja die spezifische Umsetzung ist manchmal eher schlecht (zB einfach sitzen bleiben im gleichen Raum) aber viele Profs machen dass auch echt sinnvoll.

Marburg: Frage der Kreativität, da lassen sich i.d.R. echt gute Lösungen finden. Andere Prüfungsformen, etc.

Düsseldorf: persönlich als Beispiel ist erlaubt andere Prüfungsform und Musik

Brauenschweig: Melden bei der Diversitystelle, was können wir als Fachgruppe (besser) machen.

TU München: Hier ist die Rede eher von NA bei Prüfungen. Was für Strukturen gibt es für die sonstigen Aspekte des Studiums?

Uni Köln: Auch möglich wie Studienleistung oder Anwesenheit. Hilfe für Labor.

Uni Potsdamm: re: andere Aspekte, es gibt Hilfe für studierende Eltern. re: Info verbreitung, über Erstiveranstaltugnen aber auch über den eMail Verteiler auf die Möglichkeit einer Inforveranstaltung hinweisen.

Uni Freiburg: FolgeAK, wuhu! Einzelne Argumente der Profs nachvollziehen und zu entkräften.

Uni Halle-Wittenberg: Bzgl Infos: es gab auf den Einführungstagen keine Informationen, es gibt höchstens Rückmeldungen dazu wenn es in Anpsruch genommen wird, aber dass ist natürlich nur dann relevant wenn die Personen die den NA brauchen würden auch von dessen Existenz wissen.

Düsseldorf/Marburg: Zum Festhalten für einen Folge-AK: Argumentativ vorzugehen ist auch sinnvoll für eine Reso, das deckt sich also ganz gut.

TU Darmstadt: mit Argumenten sich zu beschäftigen ist wohl sinnvoller wenn man das schon im Voraus macht, in einem AK ist dafür nicht genug Zeit.


Linksammlung

Hier ein paar solcher Urteile:

https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/Y-300-Z-BECKRS-B-2019-N-28965?hl=true https://openjur.de/u/2285551.html https://www.bverwg.de/240221U6C1.20.0 (Bundesverwaltungsgericht aus 2021)

Artikel dazu vom DSW aus 2019:

https://www.studierendenwerke.de/beitrag/nachteilsausgleiche-auch-fuer-studierende-mit-chronischen-erkrankungen

AK Slot aus PsyFaKo 33 - Greifswald:

https://psyfako.org/wp-content/uploads/33-Konferenzband-Greifswald.pdf Seite 21 “Kein Nachteilsausgleich bei psychischen und neurologischen Erkrankungen - Ist das noch zeitgemäß?”