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== Daten == | == Daten == | ||
Zeit: Fr, 26.05.2006 15:45-17:45 und später<br/> | Zeit: Fr, 26.05.2006 15:45-17:45 und später <br/> | ||
Ort: Grüne Wiese, PHY D016 <br/> | Ort: Grüne Wiese, PHY D016 <br/> | ||
Sitzungsleitung: Michael Enzelberger (FAU Erlangen) <br/> | |||
Protokollführung: Martin Sack (ETH Zürich) <br/> | Protokollführung: Martin Sack (ETH Zürich) <br/> | ||
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==== Baden-Württemberg ==== | ==== Baden-Württemberg ==== | ||
In Baden- | In Baden-Württemberg werden ab Sommersemester 2007 500€ Studiengebühren eingeführt. <br/> | ||
'''Freiburg''' <br/> | '''Freiburg''' <br/> | ||
Es gab von der Pädagogischen Hochschule organisierte Demonstrationen, an denen die Universität teilgenommen hat. Trotz großer Aktionen - das Rektorat wurde vier Wochen besetzt - war kein Erfolg zu verzeichnen. Die meisten Studenten haben keine Meinung zum Thema Studiengebühren. <br/> | Es gab von der Pädagogischen Hochschule organisierte Demonstrationen, an denen die Universität teilgenommen hat. Trotz großer Aktionen - das Rektorat wurde vier Wochen besetzt - war kein Erfolg zu verzeichnen. Die meisten Studenten haben keine Meinung zum Thema Studiengebühren. <br/> | ||
Zurzeit bildet sich ein Gremium zur Erarbeitung von Vorschlägen über die Verteilung der Gebühren. Darin sitzen zwölf Studenten aus den Fachschaften, wobei diese nur Rederecht besitzen. Man versucht über Konsenshaltung eine günstige Verteilung der Gelder zu erreichen. Der Rektor ist durchaus interessiert an der Meinung der Studenten und hat signalisiert, dass das Gremium auch Entscheidungsbefugnis erhalten könnte. <br/> | |||
'''Karlsruhe''' <br/> | '''Karlsruhe''' <br/> | ||
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'''Ulm''' <br/> | '''Ulm''' <br/> | ||
Am Tag des Beschlusses wurde eine Demonstration organisiert, also zu spät. Das Engagement der Studenten ist mäßig. Die Professoren sind nicht begeistert von Studiengebühren. Sie glauben, dass Studenten durch die Bezahlung ihres Studiums einen erhöhten Anspruch besitzen werden und den Evaluationen der Vorlesung mehr Gewicht | Am Tag des Beschlusses wurde eine Demonstration organisiert, also zu spät. Das Engagement der Studenten ist mäßig. Die Professoren sind nicht begeistert von Studiengebühren. Sie glauben, dass Studenten durch die Bezahlung ihres Studiums einen erhöhten Anspruch besitzen werden und den Evaluationen der Vorlesung mehr Gewicht beigemessen wird. Zugleich mit der Einführung der Studiengebühren werden den Rektoren mehr Rechte gegeben. <br/> | ||
Im AK wird kurz darüber diskutiert, ob sich die Situation für die Professoren wirklich verschlechtert. Als Gegenargument wird gebracht, dass Studenten keine Wahl haben, wenn überall Gebühren eingeführt werden. | Im AK wird kurz darüber diskutiert, ob sich die Situation für die Professoren wirklich verschlechtert. Als Gegenargument wird gebracht, dass Studenten keine Wahl haben, wenn überall Gebühren eingeführt werden. | ||
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==== Hamburg ==== | ==== Hamburg ==== | ||
Ein Gesetz über die Einführung von Studiengebühren befindet sich im | Ein Gesetz über die Einführung von Studiengebühren befindet sich im Senatsausschuss. Studenten versuchen, über den Besuch der Sitzungen Einfluss zu nehmen. Eine Anhörung verlief enttäuschend, weil der Initiator der Gesetzesvorlage kurzfristig abgesagt hatte. Weiterhin wurden Vertreter der Opposition im Senat angeschrieben in der Hoffnung, dass diese ihr Mitbestimmungsrecht im Ausschuss zugunsten der Studenten nutzen würden. <br/> | ||
Zusätzlich fanden Proteste statt, wobei man sich auch mit der Hamburger Schülerschaft zusammengetan hat, da dort ähnlich gravierende Änderungen anstehen. Der Versuch, das Hauptgebäude zu besetzen, scheiterte an polizeilichem Widerstand. <br/> | Zusätzlich fanden Proteste statt, wobei man sich auch mit der Hamburger Schülerschaft zusammengetan hat, da dort ähnlich gravierende Änderungen anstehen. Der Versuch, das Hauptgebäude zu besetzen, scheiterte an polizeilichem Widerstand. <br/> | ||
Mobilisierung der eigenen Studenten gestaltet sich schwer. Unter den Physikstudenten gibt es keinen | Mobilisierung der eigenen Studenten gestaltet sich schwer. Unter den Physikstudenten gibt es keinen Konsens über die Frage der Einführung von Studiengebühren, bzw. sie sind desinteressiert. Die Professoren befürworten Studiengebühren, weil sie sich Geld für die eigene Forschung erhoffen. | ||
==== Hessen ==== | ==== Hessen ==== | ||
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Eine Mobilisierung der Studenten ist möglich, es finden regelmäßige Proteste statt. Allerdings ist der Großteil der Studenten uninformiert. Deswegen wurden Infoblätter verteilt, auf welchen man sich gegen Studiengebühren ausgesprochen hat. <br/> | Eine Mobilisierung der Studenten ist möglich, es finden regelmäßige Proteste statt. Allerdings ist der Großteil der Studenten uninformiert. Deswegen wurden Infoblätter verteilt, auf welchen man sich gegen Studiengebühren ausgesprochen hat. <br/> | ||
'''2do''' Senatsgeschehnisse <br> | '''2do''' Senatsgeschehnisse <br> | ||
[http://www.muk.uni-frankfurt.de/pm/pm2006/0506/088/index.html Die | [http://www.muk.uni-frankfurt.de/pm/pm2006/0506/088/index.html Die Stellungnahme des Frankfurter Uni-Senats] | ||
Die Frage, ob der Gesetzesentwurf gegen die Hessische Landesverfassung verstößt, ist ungeklärt. Der CDU | Die Frage, ob der Gesetzesentwurf gegen die Hessische Landesverfassung verstößt, ist ungeklärt. Der CDU nahe stehende Juristen sind der Überzeugung, er sei konform. | ||
==== Mecklenburg-Vorpommern ==== | ==== Mecklenburg-Vorpommern ==== | ||
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'''Bochum''' <br/> | '''Bochum''' <br/> | ||
Die Physikfachschaft ist sehr aktiv. Durch das Hochschulfreiheitsgesetz würden die Universitäten | Die Physikfachschaft ist sehr aktiv. Durch das Hochschulfreiheitsgesetz würden die Universitäten genötigt, Studiengebühren einzuführen. Daher hat sich der Protest bisher auf dieses konzentriert. Die vorletzte Rektoratssitzung wurde ''gesprengt''. Das Rektorat wurde besetzt. <br/> | ||
Auf einer Vollversammlung gab es eine Einigung unter allen Interessensgruppen (Professoren, Studenten, ...). Man fuhr gemeinsam zu einer Demonstration in Düsseldorf; auch Professoren waren dabei. Insgesamt haben je nach Zählung zwischen 4000 und 10000 an der Demonstration teilgenommen. <br/> | Auf einer Vollversammlung gab es eine Einigung unter allen Interessensgruppen (Professoren, Studenten, ...). Man fuhr gemeinsam zu einer Demonstration in Düsseldorf; auch Professoren waren dabei. Insgesamt haben je nach Zählung zwischen 4000 und 10000 an der Demonstration teilgenommen. <br/> | ||
Auch Professoren sind gegen das Hochschulfreiheitsgesetz, weil dadurch der Universität erhöhte Verwaltungskosten entstehen. Zudem müsste man mindestens 300€ Studiengebühren erheben, um einen Gewinn gegenüber dem Verwaltungsaufwand zu erzielen (in Erlangen schätzt man den Aufwand auf 35-40%). <br/> | Auch Professoren sind gegen das Hochschulfreiheitsgesetz, weil dadurch der Universität erhöhte Verwaltungskosten entstehen. Zudem müsste man mindestens 300€ Studiengebühren erheben, um einen Gewinn gegenüber dem Verwaltungsaufwand zu erzielen (in Erlangen schätzt man den Aufwand auf 35-40%). <br/> | ||
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==== Schleswig-Holstein ==== | ==== Schleswig-Holstein ==== | ||
'''Kiel''' <br/> | '''Kiel''' <br/> | ||
Die große Koalition in Schleswig-Holstein hat im Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass man weder eine Vorreiterrolle in Sachen Studiengebühren spielen will, noch eine Sonderstellung einnehmen will. Inzwischen wurde die Zuständigkeit für die Hochschulen an das ''Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr'' übertragen. Ein neues Hochschulgesetz (das aktuelle ist gerade zehn Jahr alt) ist in Planung. Damit soll die '' | Die große Koalition in Schleswig-Holstein hat im Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass man weder eine Vorreiterrolle in Sachen Studiengebühren spielen will, noch eine Sonderstellung einnehmen will. Inzwischen wurde die Zuständigkeit für die Hochschulen an das ''Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr'' übertragen. Ein neues Hochschulgesetz (das aktuelle ist gerade zehn Jahr alt) ist in Planung. Damit soll die ''Verfassungsfreiheit'' der Hochschulen abgeschafft werden. Ein Hochschulrat, der sich vollständig aus Externen aus Politik, Wirtschaft und Kultur zusammensetzt, soll die Verteilung der Gelder an den Hochschulen regeln. Das Verbot von Studiengebühren soll aufgehoben werden; darauf wird die Einführung derselben folgen. Angedacht sind diese für das Sommersemester 2007 mit einem Semester Erlass für bereits Studierende. Der Entwurf zu diesem Gesetz ist angeblich fertig, aber noch nicht veröffentlicht. Die erste Lesung ist für den 16.6. angesetzt. <br/> | ||
Bisher war der AStA untätig. Proteste wurden in den letzten zwei Jahren von den Fachschaften organisiert. Man hat das Verwaltungshochhaus besetzt, um gleichzeitig auch die Studenten über den Protest zu informieren. Daraus hat sich eine Organisation formiert; der AStA ist kooperativ geworden. <br/> | Bisher war der AStA untätig. Proteste wurden in den letzten zwei Jahren von den Fachschaften organisiert. Man hat das Verwaltungshochhaus besetzt, um gleichzeitig auch die Studenten über den Protest zu informieren. Daraus hat sich eine Organisation formiert; der AStA ist kooperativ geworden. <br/> | ||
Die Sorge besteht darin, | Die Sorge besteht darin, dass die SPD von ihrer Linie abweicht. | ||
=== Formen des Protests === | === Formen des Protests === | ||
'''Berlin''' <br/> | '''Berlin''' <br/> | ||
Bei einer Besetzungsaktion wurde die Zahnbürste des Senators mitgenommen.<br/> | Bei einer Besetzungsaktion wurde die Zahnbürste des Senators mitgenommen. <br/> | ||
'''Hamburg''' <br/> | '''Hamburg''' <br/> | ||
In Hamburg wurden die Verwaltungsgebühren auf 50€ hochgesetzt. Die Fachschaftsrätekonferenz hat sich einen Boykott überlegt, bei dem der AStA nicht mitziehen wollte: Man sollte die Semestergebühren abzüglich Verwaltungsgebühren an die Universität überweisen und letztere an ein Treuhandkonto eines für den Boykott gegründeten Vereins. Die Resonanz war gering, nur 550 Studenten haben teilgenommen. Genug Leute für einen erfolgreichen Testlauf zu einem Studiengebührenboykott wären 13000, das ist die Hälfte der Studenten, gewesen. Der Boykott ist dokumentiert unter [http://www.gebuehrenboykott.de www.gebuehrenboykott.de]. <br/> | In Hamburg wurden die Verwaltungsgebühren auf 50€ hochgesetzt. Die Fachschaftsrätekonferenz hat sich einen Boykott überlegt, bei dem der AStA nicht mitziehen wollte: Man sollte die Semestergebühren abzüglich Verwaltungsgebühren an die Universität überweisen und letztere an ein Treuhandkonto eines für den Boykott gegründeten Vereins. Die Resonanz war gering, nur 550 Studenten haben teilgenommen. Genug Leute für einen erfolgreichen Testlauf zu einem Studiengebührenboykott wären 13000, das ist die Hälfte der Studenten, gewesen. Der Boykott ist dokumentiert unter [http://www.gebuehrenboykott.de www.gebuehrenboykott.de]. <br/> | ||
'''Freiburg'''<br/> | '''Freiburg''' <br/> | ||
Freiburg hat ein ähnliches System mit Treuhandkonto eingeführt, welches auch an geringer Resonanz gescheitert ist. Vorher eingeführte Rückmeldegebühren wurden erfolgreich beklagt mit der Konsequenz, dass in gleicher Höhe Verwaltungsgebühren eingeführt wurden. <br/> | Freiburg hat ein ähnliches System mit Treuhandkonto eingeführt, welches auch an geringer Resonanz gescheitert ist. Vorher eingeführte Rückmeldegebühren wurden erfolgreich beklagt mit der Konsequenz, dass in gleicher Höhe Verwaltungsgebühren eingeführt wurden. <br/> | ||
'''Kiel''' <br/> | '''Kiel''' <br/> | ||
Mit drei Faxgeräten und dem Aufruf, SMS zu schreiben, die von den Geräten vorgelesen wurden, hat man für einen Tag das Wirtschaftsministerium von der | Mit drei Faxgeräten und dem Aufruf, SMS zu schreiben, die von den Geräten vorgelesen wurden, hat man für einen Tag das Wirtschaftsministerium von der Außenwelt getrennt. <br/> | ||
'''Bochum''' <br/> | '''Bochum''' <br/> | ||
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''Nachfrage Erlangen'': Wenn in Bochum 70% gegen die Sprengung einer Sitzung sind, woher kommt die Legitimation für den Protest. <br/> | ''Nachfrage Erlangen'': Wenn in Bochum 70% gegen die Sprengung einer Sitzung sind, woher kommt die Legitimation für den Protest. <br/> | ||
''Bochum'': 70% sind | ''Bochum'': 70% sind sitzen geblieben, davon haben 5 Leute hineingerufen. Wenn jemand gegen den Protest wäre, könnte er es kundgeben, anstatt in Sitzungen den Protest zu unterbinden. Bochum vermutet, dass diese Störer CDSler sind, die Angst vor den Konsequenzen haben. Allerdings ist der Vorwurf berechtigt, deswegen hat man zur Zeit resigniert. Der Asta unterstützt den Protest. <br/> | ||
'''Erlangen''' <br/> | '''Erlangen''' <br/> | ||
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'''Hamburg (#2)''' | '''Hamburg (#2)''' | ||
In Hamburg besteht der AStA aus Altlinken.<br/> | In Hamburg besteht der AStA aus Altlinken. <br/> | ||
In Erlangen wurde viel protestiert, als Kürzungen anstanden. Man hat spontan einen Trauerzug mit Sarg und Kapelle organisiert; 7000 Leute waren dabei. Die Plakate wurden drei Tage vorher ausgehängt. Da man nicht | In Erlangen wurde viel protestiert, als Kürzungen anstanden. Man hat spontan einen Trauerzug mit Sarg und Kapelle organisiert; 7000 Leute waren dabei. Die Plakate wurden drei Tage vorher ausgehängt. Da man nicht so viele Leute erwartet hatte, war die Polizei untervertreten. Nach dieser Aktion gab es keine weiteren Demonstrationen dieser Größenordnung. Das große Interesse wird damit erklärt, dass es zum Thema Kürzungen einen Konsens unter allen universitären Interessensgruppen gibt. <br/> | ||
In Hamburg wurde am Tag der Gesetzesvorstellung eine Spontandemo organisiert. Man ging durch die Mensen und konnte 2500 Studenten zusammenrufen. Auf dem Weg in Richtung Rathaus wurde man vor dem Weihnachtsmarkt von der Polizei erwartet, welche den Zug mit Pfefferspray und scharfgemachten Wasserwerfern zum Umlenken zwang. Ein Rest von 1000 Leuten hielt eine Abschlussdemonstration ab und kündigte Klagen gegen das Vorgehen der Polizei an. Das Potential zur Demonstration ist gesunken. Am Tag der Vorstellung des Studiengesetzes wurde das Hauptgebäude besetzt, bis man mit Gewalt hinausgetrieben wurde. <br/> | In Hamburg wurde am Tag der Gesetzesvorstellung eine Spontandemo organisiert. Man ging durch die Mensen und konnte 2500 Studenten zusammenrufen. Auf dem Weg in Richtung Rathaus wurde man vor dem Weihnachtsmarkt von der Polizei erwartet, welche den Zug mit Pfefferspray und scharfgemachten Wasserwerfern zum Umlenken zwang. Ein Rest von 1000 Leuten hielt eine Abschlussdemonstration ab und kündigte Klagen gegen das Vorgehen der Polizei an. Das Potential zur Demonstration ist gesunken. Am Tag der Vorstellung des Studiengesetzes wurde das Hauptgebäude besetzt, bis man mit Gewalt hinausgetrieben wurde. <br/> | ||
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'''Freiburg''' <br/> | '''Freiburg''' <br/> | ||
In Freiburg bekommt man vorgeworfen, | In Freiburg bekommt man vorgeworfen, dass es früher nicht so friedlich war. | ||
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'''Brief von Hamburg'''<br/> | '''Brief von Hamburg''' <br/> | ||
''Brief siehe [[Studiengebühren]]''... ist lesenswert wegen guter Kritikpunkte.<br/> | ''Brief siehe [[Studiengebühren]]''... ist lesenswert wegen guter Kritikpunkte. <br/> | ||
''Kann man ihn veröffentlichen?'' Ja, denn er ist als offener Brief gedacht.<br/> | ''Kann man ihn veröffentlichen?'' Ja, denn er ist als offener Brief gedacht. <br/> | ||
Es wird argumentiert, dass man mit Studiengebühren seine eigenen Ziele nicht erreicht. In der Argumentation der Befürworter: Man will mehr Studenten haben, aber 60% der Studierenden müssen arbeiten. Wenn man seine Studiengebühren selbst bezahlen will, muss man allerdings arbeiten und länger studieren. Durch die Aufnahme von Krediten wird eine Verschuldung erzeugt. Diese ist schwer zu kalkulieren. Der Gang in die Selbständigkeit, Bereitschaft zur Familiengründung usw. werden gehemmt. Die Verfasser der Gesetze sind wirtschaftlich orientiert und das sind klare wirtschaftliche Argumente gegen Studiengebühren. Man sollte sagen, dass man eine öffentliche Anhörung hatte. Nach der Sitzung wurde sich mit einem CDU-Abgeordneten unterhalten. Die Argumente sind auf taube Ohren gestoßen. Physiker stehen dabei noch gut da, weil sie in der Regel besser verdienen. | Es wird argumentiert, dass man mit Studiengebühren seine eigenen Ziele nicht erreicht. In der Argumentation der Befürworter: Man will mehr Studenten haben, aber 60% der Studierenden müssen arbeiten. Wenn man seine Studiengebühren selbst bezahlen will, muss man allerdings arbeiten und länger studieren. Durch die Aufnahme von Krediten wird eine Verschuldung erzeugt. Diese ist schwer zu kalkulieren. Der Gang in die Selbständigkeit, Bereitschaft zur Familiengründung usw. werden gehemmt. Die Verfasser der Gesetze sind wirtschaftlich orientiert und das sind klare wirtschaftliche Argumente gegen Studiengebühren. Man sollte sagen, dass man eine öffentliche Anhörung hatte. Nach der Sitzung wurde sich mit einem CDU-Abgeordneten unterhalten. Die Argumente sind auf taube Ohren gestoßen. Physiker stehen dabei noch gut da, weil sie in der Regel besser verdienen. | ||
'''Erlange Resolution für ein gebührenfreies Erststudium'''<br/> | '''Erlange Resolution für ein gebührenfreies Erststudium''' <br/> | ||
Erlangen liest seine Resolution für ein gebührenfreies Erststudium vor (vom 18.01.2005). Studiengebühren widersprechen den staatlichen Zielen zur Förderung der höheren Ausbildung der Bevölkerung in einem wissensorientierten Staat. Diese Resolution erschien in der Zeitung. Man wurde vom Rektor für die guten Argumente gelobt, sonst gab es keine Besserung. | Erlangen liest seine Resolution für ein gebührenfreies Erststudium vor (vom 18.01.2005). Studiengebühren widersprechen den staatlichen Zielen zur Förderung der höheren Ausbildung der Bevölkerung in einem wissensorientierten Staat. Diese Resolution erschien in der Zeitung. Man wurde vom Rektor für die guten Argumente gelobt, sonst gab es keine Besserung. | ||
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Das [http://www.abs-bund.de ABS] hat Argumente gegen Studiengebühren erarbeitet. Allerdings ist das ABS genau von der anderen Seite und damit radikal. <br/> | Das [http://www.abs-bund.de ABS] hat Argumente gegen Studiengebühren erarbeitet. Allerdings ist das ABS genau von der anderen Seite und damit radikal. <br/> | ||
Man braucht keine ideologische Argumentation. Es geht auch über wirtschaftliche Analyse. Studiengebühren widerlaufen der Vorstellung von kürzeren Studienzeiten. Und verschärft man nicht die in der PISA-Studie kritisierte soziale Ungleichheit?<br/> | Man braucht keine ideologische Argumentation. Es geht auch über wirtschaftliche Analyse. Studiengebühren widerlaufen der Vorstellung von kürzeren Studienzeiten. Und verschärft man nicht die in der PISA-Studie kritisierte soziale Ungleichheit? <br/> | ||
Es wird noch die Aufschlüsselung der Studienkosten betont. Nur 13% werden durch Bafög gedeckt. <br/> | Es wird noch die Aufschlüsselung der Studienkosten betont. Nur 13% werden durch Bafög gedeckt. <br/> | ||
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'''Befreiungsbestimmungen''' <br/> | '''Befreiungsbestimmungen''' <br/> | ||
Erlangen referiert über die Befreiungsbestimmungen im Entwurf. Es werden diejenigen gefördert, welche sowieso schon gefördert werden. Z.B. Studenten aus der Studienstiftung, welche sowieso schon wohlhabend sind. Es fehlt im Entwurf die soziale Komponente. Der Entwurf wird ins Wiki gestellt. Erlangen meint, dass diese Förderung nicht fair ist, weil diejenigen gefördert werden, die zur oberen Schicht gehören und das Geld nicht benötigen. Ulm meint, dass man | Erlangen referiert über die Befreiungsbestimmungen im Entwurf. Es werden diejenigen gefördert, welche sowieso schon gefördert werden. Z.B. Studenten aus der Studienstiftung, welche sowieso schon wohlhabend sind. Es fehlt im Entwurf die soziale Komponente. Der Entwurf wird ins Wiki gestellt. Erlangen meint, dass diese Förderung nicht fair ist, weil diejenigen gefördert werden, die zur oberen Schicht gehören und das Geld nicht benötigen. Ulm meint, dass man zu viele befreien müsste, wenn man die soziale Komponente dazu nimmt. In Erlangen hatte | ||
man die Idee, die Studiengebühren an das Bafög anzulehnen, also entsprechend Erlassungen zu staffeln. | man die Idee, die Studiengebühren an das Bafög anzulehnen, also entsprechend Erlassungen zu staffeln. | ||