SoSe26 AK Lehramtspositionspapier: Unterschied zwischen den Versionen
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* FU Berlin, | |||
* Universität Bremen, | |||
* Universität Mainz, | |||
* Universität Marburg, | |||
* Universität Regensburg, | |||
* Universität Rostock, | |||
* jDPG | |||
* Universidad Saccos Veteres, | |||
== Protokoll == | == Protokoll == | ||
https://pads.zapf.in/SoSe26_Goettingen_AK_Lehramtspositionspapier | https://pads.zapf.in/SoSe26_Goettingen_AK_Lehramtspositionspapier | ||
Vorheriges Protokoll:<br /> | |||
Hier allgemeines zum Thema protokollieren | |||
== Positionspapier == | |||
-> Schreibstil: Wir (jDPG und ZaPF) sehen diese Probleme, basierend auf den Umfragen, Quellen | |||
=== Einleitung - Erstmal abgeschlossen === | |||
Die physikalische Bildung bildet das Fundament für das Verständnis unserer technisierten Welt und ist die Grundvoraussetzung für den Innovationsstandort Deutschland. | |||
Doch dieses Fundament bröckelt: Der Fachkräftemangel an Schulen ist längst kein abstraktes Zukunftsszenario mehr, sondern bittere Realität [KMK und Klemm]. In der Debatte wird jedoch oft übersehen, dass die Qualität der zukünftigen Lehre und die Attraktivität des Berufsfeldes bereits im Studium entschieden werden. Vor diesem Hintergrund ist es alarmierend, dass das Physik-Lehramtsstudium bundesweit mit massiven strukturellen Problemen [DPG] kämpft, die potenzielle Lehrkräfte abschrecken oder vorzeitig aus dem System drängen [DPG]. | |||
Als junge Deutsche Physikalische Gesellschaft (jDPG) und Zusammenkunft aller Physik-Fachschaften (ZaPF) vertreten wir auch die Interessen derer, die sich derzeit in der Physiklehramtsausbildung befinden. Wir sind die Generation, die in wenigen Jahren die Verantwortung für die physikalische Bildung in den Klassenzimmern tragen soll. Aus diesem Selbstverständnis heraus ist dieses Positionspapier entstanden. | |||
Die Notwendigkeit einer kritischen Bestandsaufnahme ist aktueller denn je. Während politische Konzepte häufig auf kurzfristige Maßnahmen zur Deckung des Lehrkräftebedarfs zielen wie beispielsweise die Forderungen nach freiwilliger Mehrarbeit von Lehrkräften [News4Teacher] oder die Reaktivierung von pensionierten Lehrkräften [DeutschesSchulportal], rücken wir die langfristige Perspektive der Studierenden in den Fokus. Basis unserer Analyse sind die Beschlüsse der ZaPF zur Lehramtsthemen [ZaPF-Beschlüsse], Ergebnisse von Diskussionen unter Lehramtsstudierenden innerhalb der jDPG sowie die Erkenntnisse der aktuellen Lehramtsstudie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). | |||
In diesem Positionspapier identifizieren wir die strukturellen und inhaltlichen Hürden, die das Physik-Lehramtsstudium in Deutschland derzeit prägen. Wir reflektieren dabei die Diskrepanz zwischen dem Anspruch einer exzellenten fachwissenschaftlichen Ausbildung und den realen Bedingungen an den Universitäten. Ziel ist es, eine fundierte Diskussionsgrundlage für die Fachdidaktik, die Bildungspolitik und die universitäre Öffentlichkeit zu schaffen, die die Realität des Studiums abbildet. | |||
Quellen:<br /> | |||
KMK: Vorausberechnung der Zahl der Schüler/-innen und Absolvierenden bis 2040 (https://www.kmk.org/downloads-dokumente/statistik/schulstatistik/vorausberechnung-der-schueler-und-absolventenzahlen.html).<br /> | |||
DPG: Das Lehramtsstudium Physik in Deutschland (https://www.dpg-physik.de/veroeffentlichungen/publikationen/studien-der-dpg/pix-studien/dpg-studie_das_lehramtsstudium_physik_in_deutschland.pdf).<br /> | |||
News4Teacher: Lehrermangel: Bildungsminister bittet Lehrkräfte erneut um freiwillige Zusatzstunden (https://www.news4teachers.de/2026/04/lehrermangel-bildungsminister-bittet-lehrkraefte-erneut-um-freiwillige-zusatzstunden/).<br /> | |||
Deutsches Schulportal: Mehrheit der Länder wirbt gezielt um Lehrkräfte im Pensionsalter (https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/laenderueberblick-umfrage-lehrermangel-pensionierte-lehrer/):<br /> | |||
ZaPF: Beschlüsse (https://zapfev.de/resolutionen/sose24/Lehramt/Reso_DPG_Lehramt.pdf, https://zapfev.de/resolutionen/sose23/Lehramt/Resolution_zur_KMK_Lehrkraftmangel.pdf, https://zapfev.de/resolutionen/sose23/Lehramt/Resolution_zu_guter_Praxis_im_Lehramtsstudium.pdf) | |||
=== Inhaltliche Ausrichtung & Praxisbezug im Studium - Erstmal abgeschlossen === | |||
Ein deutliches Ergebnis der groß angelegten DPG Lehramtsstudie (Woitzik et al., 2023) ist, dass sich viele Studierende einen stärkeren Praxisbezug im Studium wünschen. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Umstand auch jetzt, drei Jahre nach Veröffentlichung der Studie, nicht geändert hat.<br /> | |||
Dieser Wunsch nach mehr Praxisbezug bezieht sich nicht allein darauf, früher und mehr Schulpraktika im Studium zu haben [Woitzik et al., 2023]. Praxisbezug geht dabei methodisch deutlich über Schulpraktika hinaus und bezieht sich auch darauf, an der Universität direkt die Relevanz der bestehenden Studieninhalte für die Schule stärker zu betonen (siehe Heinicke et al., 2023). | |||
"Und wofür brauche ich das später mal?" ist eine in der Schule häufig gestellte Frage. Ähnliche Fragen stellen sich auch Studierende und erhalten darauf häufig keine passende Antwort. Diese Lücke muss geschlossen werden, indem Fachlerngelegenheiten systematisch mit fachdidaktischen Aufgaben verknüpft werden. Den Bezug zur Schule selbst in der Lehre herzustellen oder aber durch geeignete Aufgabenformate von den Studierenden herstellen zu lassen, ist eine Aufgabe der Lehrenden an den Hochschulen.<br /> | |||
Das ermöglicht Studierenden schon von der Frühphase ihres Studiums an, sich mit den späteren Aufgaben als Lehrkraft auseinander zu setzen. Aufgabenstellungen könnten z.B. das Planen kurzer Unterrichtssequenzen zum jeweiligen Fachinhalt, das Bewerten von Präkonzepten oder die Organisation von verschiedenen Lernhilfen für eine heterogene Lerngruppe sein. Da in der Regel die fachdidaktischen Veranstaltungen des Studiums erst im spätere Studienverlauf stattfinden, ist ein zum didaktischen Wissensstand der Studierenden passendes Konzept erforderlich. | |||
In der aktuellen Studienrealität ist jedoch die Vernetzung von didaktischen und fachlichen Inhalten oft nicht ausreichend. Das kann dazu führen, dass die fachlichen Inhalte des Studiums als zu tiefgehend empfunden werden, da ihre Relevanz für den Schulunterricht nicht vermittelt wird. | |||
Angesichts sinkender Studierendenzahlen in der Physik [['''Quelle - KFP Studierendenstatistik 2023''']] - bei einem ohnehin nicht gedeckten Bedarf an grundständig ausgebildeten Physiklehrkräften [VBE bzw. Klemm, 2022, Klemm 2020] - muss es das Ziel der Fachbereiche sein, Studierende durch klare Strukturierung, transparente Lernziele und angemessene fachliche Anleitung beim Aufbau physikalischen Fachwissens zu unterstützen [Bedeutung der Unterstützung: Schiering et al., 2023] und so ohne Qualitätsnachlass möglichst viele Studierende erfolgreich durch das Studium zu führen. | |||
Heinicke, S., Kulgemeyer, C., Krabbe, H., Klein, P., Korneck, F., Zügge, T., & Feser, M. S. (2023). Das „perfekte“ Lehramtsstudium: Die Erkenntnisse physikdidaktischer Forschung erlauben es, die Ergebnisse der Lehramtsstudie von DPG und KFP einzuordnen. Physik Journal, 22(12), 43–47. | |||
Schiering, D., Sorge, S., Tröbst, S., & Neumann, K. (2023). Course quality in higher education teacher training: What matters for pre-service physics teachers’ content knowledge development? Studies in Educational Evaluation, 78, 101275. https://doi.org/10.1016/j.stueduc.2023.101275 | |||
Woitzik, A., Mecke, K., & Düchs, G. (2023). Das Lehramtsstudium Physik in Deutschland. | |||
=== Studienaufwand - Überarbeitung steht aus === | |||
Das Physiklehramtstudium ist mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden. Das beginnt bereits mit der Dauer der Ausbildung. In neun von 16 Bundesländern besteht das Studium aus zunächst einem Bachelor und dann einem Master Studium mit insgesamt der Regelstudienzeit von fünf Jahren. In den andern Bundesländern gibt es ein Staatsexamensstudium oder Mischformen dieser beiden Abschlüsse mit vergleichbarer Regelstudienzeit [vgl. DPG Lehramtsstudie, Statistisches Bundesamt 2025]. Jedoch ist die Regelstudienzeit selten einzuhalten und die durchschnittliche Dauer eines Lehramtsstudiums ist vergleichbar mit der durchschnittlichen Dauer eines Fachstudiums [in Physik] (Bachelor und Master) von insgesamt 13,3 Semstern [vgl. DPG Lehramtsstudie, KFP Studierendenstatistik 2023]. Lehramtsstudierende absolvieren nach dem Studienabschluss zusätzlich einen Vorbereitungsdienst, auch Referendariat genannt. Dieser dauert, je nach Bundesland, zwischen einem Jahr [vgl. Brandenburg, OVP §14 (1)] und zwei Jahren [vgl. Bayern, ZALG §1 (2)]. Damit dauert die Lehramtsausbildung üblicherweise zwischen sieben und neuen Jahren. | |||
Viele können sich diese lange Ausbildungszeit nicht leisten, sei es aus finanziellen Gründen oder aufgrund anderer Einschränkungen, wie etwa familiären Verpflichtungen. [Durchschnittliche Studiendauer Lehramt vs. Fachbachelor z.b. Studienstatistik DPG; warten auf Düchs] | |||
Das größte Problem, mit dem Physikstudierende aller Art, also auch die Lehramtsstudierenden, im Hinblick auf die Arbeitsbelastung zu kämpfen haben, ist der hohe wahrgenommene Stress [Lahme et al 2024, S. 20]. <!-- the category exercise sheets (U9) was mentioned most frequently with a share of 15% to 21%.The second and third most common stressors with a share of 9% to 15% were the categories exams and exam preparation (U10) and unspecific mention of courses or subjects (U11), i.e., a course or subject was mentioned without further information about the underlying stressors. [...] the physics lab course was most frequently listed (45% of all responses), with other courses (e.g., those for higher years of study or in the second subject for teacher training students) occupying the second position (19%)." [Lahme et al. 2024, S. 14] --><br /> | |||
Hinsichtlich der wahrgenommenen Belastungsfaktoren von Physikstudierenden zeigte sich insbesondere, dass "The math and lab courses and particularly the weekly exercises and self-study at home were the most relevant aspects linked to these quantitative and qualitative stressors, while exercises and tutorials were rarely mentioned." [Lahme et al. 2024, S. 5] <!-- "The open-text responses further reveal that the three groups reported very similar stressors, mainly the exercise sheets, math and lab courses, and exams." [Lahme et al. 2024, S. 19] --> <!-- Zudem zeigte sich, dass **"underlying stressors that are mostly university related and characteristic of certain phases of the semester. Important stressors are the exercise sheets, especially in math courses, the lab course, and lab reports, as well as exam preparation and the exams themselves."** [Lahme et al. 2024, S. 20] --><!-- *Dieser Stress ergibt sich hauptsächlich aus der hohen Arbeitsbelastung, die in der Vorlesungszeit anfällt. Diese Belastung entsteht in der Regel durch den Aufwand der wöchentlich zu bearbeitenden Arbeitsblätter und die langwierigen Versuchsprotokolle, die für die Praktika verfasst werden müssen. Am Ende kommt noch der Stress der Prüfungsvorbereitung hinzu* [Besser Wörtliches Zitat; Vorschläge für Wortzitate sind eingefügt] --><br /> | |||
Die Lehramtsstudierenden, die nicht die Fächerkombination Mathematik und Physik studieren, sondern ein anderes Fach als Mathematik, sind stärker belastet. Ohne Mathematik als zweites Fach kann man das nötige mathematischen Vorwissen nicht durch das Zweitfach erbringen [DPG Studie S.78], sodass für das Erlernen der Techniken, teilweise sogar ohne den Erwerb von ECTS-Punkten, zusätzlich weiterer Workload anfällt. Die ZaPF hatte zudem 2023 schon angemerkt, dass der tatsächliche Workload in sämtlichen Physikstudiengängen dem eines Vollzeitjobs überschreitet [ZaPF e.V. 2023 Belastungen]. | |||
Zu Beginn des Studiums ist der Stress besonders hoch, da man zu diesem Zeitpunkt noch keine Routinen entwickelt hat und noch nicht einschätzen kann, welche Ansprüche an einen gestellt werden und welche Erwartungen man erfüllen muss. Am Ende resultiert daraus ein weiteres Hindernis, das viele Studierende dazu bewegt ihr Studium frühzeitig aufzugeben [Albrecht 2011]. Zudem ist anzumerken, dass über alle Fächer der hinweg die Abbruchquoten der Lehramtsstudierenden in der Studieneingangsphase am höchsten ist und in dieser Phase bei über 40 % liegt [Stifterverband, 2024, Lehrkräftetrichter]. | |||
[[ToDO: Abbruchquoten ist ein wichtiger Punkt. Dieser muss noch verstärkt ausgebaut werden.]] Die Abbruchquote im Physiklehramtsstudium ist besonders hoch: Im Wintersemester 2022/2023 schrieben sich 1866 Studierende für das Lehramt Physik ein, von denen 1078 den Lehramts-Bachelor wählten. Gleichzeitig erreichten in diesem Jahr nur 300 den Bachelor im Lehramt (vgl. Düchs und Runge 2023, S. 2f.). | |||
Quellen: | |||
https://www.dpg-physik.de/veroeffentlichungen/publikationen/studien-der-dpg/pix-studien/dpg-studie_das_lehramtsstudium_physik_in_deutschland.pdf<br /> | |||
https://mbjs.brandenburg.de/bildung/lehrerin-lehrer-in-brandenburg/lehrkraefte-grundstaendige-ausbildung/vorbereitungsdienst/bewerbung-fuer-den-vorbereitungsdienst.html<br /> | |||
https://www.bayernportal.de/dokumente/leistung/1063029936175?localize=false<br /> | |||
Georg, Düchs; Erich, Runge (2023): Studium in der Verlängerung. Statistik zum Physikstudium in Deutschland 2023. Physik Journal 22 Nr.8/9. Online verfügbar unter https://www.dpg-physik.de/veroeffentlichungen/magazine-und-online-angebote/pj/studierendenstatistiken/pdf/studierendenstatistik-2023.pdf, zuletzt geprüft am 26.04.2026. | |||
Lahme, Simon Zacharias; Cirkel, Jasper Ole; Hahn, Larissa; Hofmann, Julia; Neuhaus, Josefine; Schneider, Susanne; Klein, Pascal (2024): Enrollment to exams: Perceived stress dynamics among first-year physics students. In: Phys. Rev. Phys. Educ. Res. 20 (2). DOI: 10.1103/physrevphyseducres.20.020127. | |||
https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayLPO_I-34 | |||
https://www.rv.hessenrecht.hessen.de/bshe/document/jlr-LehrBiGHE2011V11P15 | |||
https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayZALG/true | |||
https://bravors.brandenburg.de/verordnungen/ovp | |||
https://www.destatis.de/DE/Methoden/WISTA-Wirtschaft-und-Statistik/2025/02/lehramtsstudium-spiegel-hochschulstatistik-022025.pdf?__blob=publicationFile&v=3 | |||
=== Organisatorische Hürden - Erstmal Abgeschlossen - Sprachlich nochmal anschauen === | |||
Das Lehramtsstudium deckt neben den beiden Unterrichtsfächern noch einen erziehungswissenschaftlichen Teil ab. De facto werden von den Studierenden drei Fächer parallel studiert. Daraus ergibt sich ein erhöhter Arbeitsaufwand im Vergleich zum Fachstudium, da sich die Studierenden in drei verschiedenen Denk-Domänen bewegen müssen und für alle drei Gebiete die notwendigen Grundlagen geschaffen und behalten werden müssen [vgl. Senel et al., 2025, S.4]. Dies fällt besonders auf, wenn neben Physik ein anderes zweites Unterrichtsfach als Mathematik gewählt wird [DPG Lehramtsstudie]. Zusätzlich bedeutet die Kombination von drei Fächern einen gesteigerten organisatorischen Aufwand, da die Module dieser Fächer, insbesondere zeitlich, aufeinander abgestimmt werden müssen. Hierbei kommt es häufig zu Überschneidungen von Lehrveranstaltungen, die im Curriculum verpflichtend sind, da nur die Kombinationen weniger Unterrichtsfächer aufeinander abgestimmt sind [vgl. Senel,2025,S.4]. Dies führt dazu, dass Module geschoben werden müssen, wodurch häufig das Studium verlängert wird, oder in untypischen Reihenfolgen belegt werden. Ebenso sind die drei Fächer häufig räumlich getrennt, wodurch sich zusätzliche Wege zwischen Lehrveranstaltungen ergeben, die die zeitliche Abstimmung der Module zusätzlich erschweren. Trotz dieser aufwändigen Abstimmung der drei Fächer kommt es häufig dazu, dass die Prüfungsphase sehr eng getaktet ist oder sogar dazu, dass sich Prüfungen überschneiden [vgl. Senel et al., 2025, S.4]. Dies führt, insbesondere zu Beginn des Studiums, zu hoher Frustration und möglicherweise zum Studienabbruch. | |||
=== Soziale Integration === | |||
Im Lehramtsstudium ist die soziale Integration schwieriger als im Fachstudium [['''Quelle''']]. Üblicherweise sind die Kohorten im Physiklehramtsstudium deutlich kleiner als im Fachstudium [KFP Studierendenstatistik 2023]. | |||
~~Lehramtsstudierende haben seltener die Gelegenheit sich zu vernetzen. ~~ | |||
~~Häufig sind die Kohorten kleiner [Quelle] und Lehramtsstudierende sind dadurch sozial isolierter.~~ | |||
* Zwischen den Stühlen Sitzen -> keine richtige Vernetzung irgendwo -> Auch teilweise nur Vernetzung in einem Studienfach | |||
* Das kann zum Studienabbruch führen -> Antonia liefert Quelle(n) | |||
* Auch keine Vernetzung mit den Fachstudierenden, wegen starker auftrennung z.b. schon in Vorkursen/Erstiwochen -> Konflikt zwischen eingehn auf unterschiedliche Bedürfnisse der versch. Studiengänge und Profitieren (der Studierenden) von den unterschiedlichen Fähigkeiten Studierende unterschiedlicher Studiengänge | |||
[Bessere Abstimmung von LA-Studiengängen (lokal)] | |||
=== ''Referendariat'' (erstmal auslassen) === | |||
=== Zusammenfassung und Schlusswort === | |||
=== Weitere Dokumente === | |||
https://zapfev.de/resolutionen/sose24/Lehramt/Reso_DPG_Lehramt.pdf<br /> | |||
https://zapfev.de/resolutionen/sose23/Lehramt/Resolution_zur_KMK_Lehrkraftmangel.pdf<br /> | |||
https://zapfev.de/resolutionen/sose23/Lehramt/Resolution_zu_guter_Praxis_im_Lehramtsstudium.pdf<br /> | |||
https://zapfev.de/resolutionen/sose23/Studium/Resolution_zur_Arbeitsbelastung_und_Studiendauer_im_Physikalischen_Grundstudium.pdf | |||
https://www.dpg-physik.de/veroeffentlichungen/magazine-und-online-angebote/pj/studierendenstatistiken/pdf/studierendenstatistik-2025.pdf | |||
=== Mögliche Quellen: === | |||
* https://journals.aps.org/prper/abstract/10.1103/PhysRevPhysEducRes.20.020127 (Lahme et al., 2024): Stress von Physikstudis im ersten Studienjahr | |||
* https://www.dpg-physik.de/veroeffentlichungen/publikationen/studien-der-dpg/das-lehramtsstudium-physik-in-deutschland (DPG-Lehramtsstudie 2023: benutzbar für fast alles das mit dem Physiklehramtsstudium zu tun hat) | |||
* https://www.stifterverband.org/sites/default/files/2024-12/lehrkraeftetrichter_laenderausgabe.pdf (Lehrkräftetrichter: Studienabbruch) | |||
* https://www.dpg-physik.de/veroeffentlichungen/magazine-und-online-angebote/pj/studierendenstatistiken/pdf/studierendenstatistik-2022.pdf (DPG Physikjournal, Studierendenstatistik 2022, Zweitfächerverteilung, fachliche Angemessenheit, ...) | |||
* https://www.pedocs.de/volltexte/2019/18131/pdf/Stanat_et_al_2019_IQB-Bildungstrend_2018.pdf (IQB-Bildungstrend, 2018, Kapitel 12: u.a. Daten zu LKs in den verschiedenen Bundesländern, Quereinstieg, fachfremd unterrichtende LKs,) | |||
* https://www.vbe.de/fileadmin/user_upload/VBE/Service/Meinungsumfragen/22-03-31_Expertise-Lehrkraeftebedarf-Tabellenverzeichnis-final.pdf (VBE bzw. Klemm, 2022, Entwicklung von Lehrkräftebedarf und -angebot in Deutschland bis 2035: Daten zum LK-Bedarf und zur LK-Deckung und fachfremden Unterricht; auch speziell im MINT-Bereich) | |||
* https://www.telekom-stiftung.de/sites/default/files/mint-lehrkraeftebedarf-2020-ergebnisbericht.pdf (über Waybackmachine noch aufrufbar: https://web.archive.org/web/20250127093822/https://www.telekom-stiftung.de/sites/default/files/mint-lehrkraeftebedarf-2020-ergebnisbericht.pdf) (Klemm 2020, Bedarfs- und Angebotsentwicklung in den MINT-Fächern in NRW) | |||
* https://ojs.dpg-physik.de/index.php/phydid-b/article/view/1400 (Lahme et al. 2023, Belastungsquellen in der Studieneingangsphase Physik , auf deutsch) | |||
* https://ojs.dpg-physik.de/index.php/phydid-b/article/view/1532 (Senel et al. 2025, Belastungserleben von Lehramtsstudierenden in der Studieneingangsphase Physik) | |||
* https://link.springer.com/article/10.1007/s11618-019-00904-1 (Neugebauer et al. 2019, Studienabbruch in Deutschland Ausmaß, Ursachen, Folgen, Präventionsmöglichkeiten) | |||
* https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/4415/Dissertation_Druckversion_Andre_Albrecht_UB.pdf?sequence=1&isAllowed=y (Albrecht, 2011, Risikofaktoren im Studieneinstieg (Thema Studienabbruch)) | |||
* Da kann man gut Quellen raus ziehen: https://www.pedocs.de/volltexte/2025/33418/pdf/Schild_2021_Eignung_von_domaenenspezifischen.pdf (Schild, 2021, Eignung von domänenspezifischen Studieneingangsvariablen als Prädiktoren für Studienerfolg im Fach und Lehramt Physik) | |||
* Seriösität fragwürdig: https://idw-online.de/de/attachmentdata10571 und https://idw-online.de/de/news437478 | |||
=== Offene Punkte === | |||
* Bezeichnung "Positionspapier" am Ende prüfen. Erstmal wird der Text verfasst und dann prüfen wir, ob es eher einer ZaPF Reso oder einem PosPa entspricht. Entsprechend suchen wir dann eine Bezeichnung die für jDPG und ZaPF passt. | |||
== Protokoll == | |||
https://pads.zapf.in/SoSe26_Goettingen_AK_Lehramtspositionspapier | |||
=== Warum gibt es den Arbeitskreis === | |||
* Auf der jDPG Mitgliederversammlung gab es ein Positionspapier zur Situation im Lehramtsstudium, dies wurde sowohl auf der Sammlung als auch von ZaPFika viel krittisiert | |||
* Jetzt wollen wir zusammen(jDPG und ZaPF) zusammen ein Positionspapier/Reso zu diesem Thema schreiben | |||
* Dabei wurde schon ein bisschen vorgeschrieben | |||
* Am Ende soll auf der nächsten jDPG Mitglierder Versammlung darüber abgestimmt werden und danach auf der ZaPF WiSe2026 | |||
=== Bearbeiten des Dokumentes === | |||
==== Einleitung ==== | |||
* Absatz vier: Soll "realen Bedingungen" zu "aktuell realen Bedingungen" geändert werden? | |||
** Es ist impliziert, das es um die aktuelle Situation geht | |||
* Absatz drei: Basis bilden "Diskussion der jDPG" statt "Umfrage der jDPG" sowie Vertauschung von der Reihnfolge, sodass ZaPF anfang, jDPG mitte und | |||
* Absatz zwei | |||
==== Arbeitsaufwand ==== | |||
* Absatz: 1: Fokus zu sehr auf Regelstudienzeit | |||
** Idee: Fokus auf die durchschnittsstudien Dauer -> nicht haltbarkeit der Regelstudeinzeit und zusätzliche längere Ausbildung durch den Vorbereitungsdienst | |||
** Setze Absatz eins am Ende zur Überleitung zum nächsten Abschnitt | |||
** Wir wollen die Durchschnittsdauer eines Sek II Ausbildung bei Herr Düchs | |||
==== Organisatorische Hürden: ==== | |||
* Wieso sind Drei Fächer mehr Arbeitsaufwand? | |||
** Es benötigt mehr und diversere Grundlagen | |||
* Gibt es erhebung zu den Überschneidungen der Module | |||
* Dopplung mit Absatz davor | |||
* Noch Überschneidung von Prüfungen | |||
==== Grundlegende Struktur ==== | |||
* Womit wollen wir den Text überhaupt Anfangen: | |||
** Ausbildung soll mehr bezug auf Schule haben, nicht nur Fachwissenschaft sondern Fachwissenschaft im Bezug auf Schule, mehr Raum für Didaktik | |||
== Zusammenfassung/Ausblick == | == Zusammenfassung/Ausblick == | ||
Hier ist eine kurze '''Zusammenfassung''' (ggf. mit einem kurzen Ausblick) des AKs '''einzutragen'''. Die Aufgabe fällt den Protokollantika des AK, in erster Linie jedoch den '''Leitika des AK''' zu. | Hier ist eine kurze '''Zusammenfassung''' (ggf. mit einem kurzen Ausblick) des AKs '''einzutragen'''. Die Aufgabe fällt den Protokollantika des AK, in erster Linie jedoch den '''Leitika des AK''' zu. | ||
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[[Kategorie:Protokoll_Ueberarbeiten]] | [[Kategorie:Protokoll_Ueberarbeiten]] | ||
[[Kategorie:Zusammenfassung Einpflegen]] | [[Kategorie:Zusammenfassung Einpflegen]] | ||
[[Kategorie:Automatisch_Konvertiert]] | |||
Aktuelle Version vom 20. Mai 2026, 12:46 Uhr
Vorstellung des AKs
Verantwortliche*r: René(jDPG), Samuel (jDPG)
Einleitung und Ziel des AK
- Entwurf des Positionspapier beenden, um ein Stimmungsbild zu ermöglichen. Im Winter muss es erst die jDPG und dann die ZaPF in gleicher Fassung verabschieden.
Handelt es sich um einen Folge-AK?
- -
Wer ist die Zielgruppe?
- Lehramtika und Interessierte
Wie läuft der AK ab?
- Wir gehen den bisherigen Entwurf durch und formulieren ggf. um.
Voraussetzungen (materielle und immaterielle)
- Laptop ist hilfreich
Materialien und weitere Informationen
- -
SoSe26 AK Lehramtspositionspapier
Protokoll vom TT.MM.YYYY
Beginn
08:41 Uhr
Ende
xx:yy Uhr
Redeleitung
Rene(jDPG); Samuel(jDPG)
Protokoll
Name (Uni)
Anwesende Fachschaften
- FU Berlin,
- Universität Bremen,
- Universität Mainz,
- Universität Marburg,
- Universität Regensburg,
- Universität Rostock,
- jDPG
- Universidad Saccos Veteres,
Protokoll
https://pads.zapf.in/SoSe26_Goettingen_AK_Lehramtspositionspapier
Vorheriges Protokoll:
Hier allgemeines zum Thema protokollieren
Positionspapier
-> Schreibstil: Wir (jDPG und ZaPF) sehen diese Probleme, basierend auf den Umfragen, Quellen
Einleitung - Erstmal abgeschlossen
Die physikalische Bildung bildet das Fundament für das Verständnis unserer technisierten Welt und ist die Grundvoraussetzung für den Innovationsstandort Deutschland.
Doch dieses Fundament bröckelt: Der Fachkräftemangel an Schulen ist längst kein abstraktes Zukunftsszenario mehr, sondern bittere Realität [KMK und Klemm]. In der Debatte wird jedoch oft übersehen, dass die Qualität der zukünftigen Lehre und die Attraktivität des Berufsfeldes bereits im Studium entschieden werden. Vor diesem Hintergrund ist es alarmierend, dass das Physik-Lehramtsstudium bundesweit mit massiven strukturellen Problemen [DPG] kämpft, die potenzielle Lehrkräfte abschrecken oder vorzeitig aus dem System drängen [DPG].
Als junge Deutsche Physikalische Gesellschaft (jDPG) und Zusammenkunft aller Physik-Fachschaften (ZaPF) vertreten wir auch die Interessen derer, die sich derzeit in der Physiklehramtsausbildung befinden. Wir sind die Generation, die in wenigen Jahren die Verantwortung für die physikalische Bildung in den Klassenzimmern tragen soll. Aus diesem Selbstverständnis heraus ist dieses Positionspapier entstanden.
Die Notwendigkeit einer kritischen Bestandsaufnahme ist aktueller denn je. Während politische Konzepte häufig auf kurzfristige Maßnahmen zur Deckung des Lehrkräftebedarfs zielen wie beispielsweise die Forderungen nach freiwilliger Mehrarbeit von Lehrkräften [News4Teacher] oder die Reaktivierung von pensionierten Lehrkräften [DeutschesSchulportal], rücken wir die langfristige Perspektive der Studierenden in den Fokus. Basis unserer Analyse sind die Beschlüsse der ZaPF zur Lehramtsthemen [ZaPF-Beschlüsse], Ergebnisse von Diskussionen unter Lehramtsstudierenden innerhalb der jDPG sowie die Erkenntnisse der aktuellen Lehramtsstudie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG).
In diesem Positionspapier identifizieren wir die strukturellen und inhaltlichen Hürden, die das Physik-Lehramtsstudium in Deutschland derzeit prägen. Wir reflektieren dabei die Diskrepanz zwischen dem Anspruch einer exzellenten fachwissenschaftlichen Ausbildung und den realen Bedingungen an den Universitäten. Ziel ist es, eine fundierte Diskussionsgrundlage für die Fachdidaktik, die Bildungspolitik und die universitäre Öffentlichkeit zu schaffen, die die Realität des Studiums abbildet.
Quellen:
KMK: Vorausberechnung der Zahl der Schüler/-innen und Absolvierenden bis 2040 (https://www.kmk.org/downloads-dokumente/statistik/schulstatistik/vorausberechnung-der-schueler-und-absolventenzahlen.html).
DPG: Das Lehramtsstudium Physik in Deutschland (https://www.dpg-physik.de/veroeffentlichungen/publikationen/studien-der-dpg/pix-studien/dpg-studie_das_lehramtsstudium_physik_in_deutschland.pdf).
News4Teacher: Lehrermangel: Bildungsminister bittet Lehrkräfte erneut um freiwillige Zusatzstunden (https://www.news4teachers.de/2026/04/lehrermangel-bildungsminister-bittet-lehrkraefte-erneut-um-freiwillige-zusatzstunden/).
Deutsches Schulportal: Mehrheit der Länder wirbt gezielt um Lehrkräfte im Pensionsalter (https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/laenderueberblick-umfrage-lehrermangel-pensionierte-lehrer/):
ZaPF: Beschlüsse (https://zapfev.de/resolutionen/sose24/Lehramt/Reso_DPG_Lehramt.pdf, https://zapfev.de/resolutionen/sose23/Lehramt/Resolution_zur_KMK_Lehrkraftmangel.pdf, https://zapfev.de/resolutionen/sose23/Lehramt/Resolution_zu_guter_Praxis_im_Lehramtsstudium.pdf)
Inhaltliche Ausrichtung & Praxisbezug im Studium - Erstmal abgeschlossen
Ein deutliches Ergebnis der groß angelegten DPG Lehramtsstudie (Woitzik et al., 2023) ist, dass sich viele Studierende einen stärkeren Praxisbezug im Studium wünschen. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Umstand auch jetzt, drei Jahre nach Veröffentlichung der Studie, nicht geändert hat.
Dieser Wunsch nach mehr Praxisbezug bezieht sich nicht allein darauf, früher und mehr Schulpraktika im Studium zu haben [Woitzik et al., 2023]. Praxisbezug geht dabei methodisch deutlich über Schulpraktika hinaus und bezieht sich auch darauf, an der Universität direkt die Relevanz der bestehenden Studieninhalte für die Schule stärker zu betonen (siehe Heinicke et al., 2023).
"Und wofür brauche ich das später mal?" ist eine in der Schule häufig gestellte Frage. Ähnliche Fragen stellen sich auch Studierende und erhalten darauf häufig keine passende Antwort. Diese Lücke muss geschlossen werden, indem Fachlerngelegenheiten systematisch mit fachdidaktischen Aufgaben verknüpft werden. Den Bezug zur Schule selbst in der Lehre herzustellen oder aber durch geeignete Aufgabenformate von den Studierenden herstellen zu lassen, ist eine Aufgabe der Lehrenden an den Hochschulen.
Das ermöglicht Studierenden schon von der Frühphase ihres Studiums an, sich mit den späteren Aufgaben als Lehrkraft auseinander zu setzen. Aufgabenstellungen könnten z.B. das Planen kurzer Unterrichtssequenzen zum jeweiligen Fachinhalt, das Bewerten von Präkonzepten oder die Organisation von verschiedenen Lernhilfen für eine heterogene Lerngruppe sein. Da in der Regel die fachdidaktischen Veranstaltungen des Studiums erst im spätere Studienverlauf stattfinden, ist ein zum didaktischen Wissensstand der Studierenden passendes Konzept erforderlich.
In der aktuellen Studienrealität ist jedoch die Vernetzung von didaktischen und fachlichen Inhalten oft nicht ausreichend. Das kann dazu führen, dass die fachlichen Inhalte des Studiums als zu tiefgehend empfunden werden, da ihre Relevanz für den Schulunterricht nicht vermittelt wird.
Angesichts sinkender Studierendenzahlen in der Physik '''Quelle - KFP Studierendenstatistik 2023''' - bei einem ohnehin nicht gedeckten Bedarf an grundständig ausgebildeten Physiklehrkräften [VBE bzw. Klemm, 2022, Klemm 2020] - muss es das Ziel der Fachbereiche sein, Studierende durch klare Strukturierung, transparente Lernziele und angemessene fachliche Anleitung beim Aufbau physikalischen Fachwissens zu unterstützen [Bedeutung der Unterstützung: Schiering et al., 2023] und so ohne Qualitätsnachlass möglichst viele Studierende erfolgreich durch das Studium zu führen.
Heinicke, S., Kulgemeyer, C., Krabbe, H., Klein, P., Korneck, F., Zügge, T., & Feser, M. S. (2023). Das „perfekte“ Lehramtsstudium: Die Erkenntnisse physikdidaktischer Forschung erlauben es, die Ergebnisse der Lehramtsstudie von DPG und KFP einzuordnen. Physik Journal, 22(12), 43–47.
Schiering, D., Sorge, S., Tröbst, S., & Neumann, K. (2023). Course quality in higher education teacher training: What matters for pre-service physics teachers’ content knowledge development? Studies in Educational Evaluation, 78, 101275. https://doi.org/10.1016/j.stueduc.2023.101275
Woitzik, A., Mecke, K., & Düchs, G. (2023). Das Lehramtsstudium Physik in Deutschland.
Studienaufwand - Überarbeitung steht aus
Das Physiklehramtstudium ist mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden. Das beginnt bereits mit der Dauer der Ausbildung. In neun von 16 Bundesländern besteht das Studium aus zunächst einem Bachelor und dann einem Master Studium mit insgesamt der Regelstudienzeit von fünf Jahren. In den andern Bundesländern gibt es ein Staatsexamensstudium oder Mischformen dieser beiden Abschlüsse mit vergleichbarer Regelstudienzeit [vgl. DPG Lehramtsstudie, Statistisches Bundesamt 2025]. Jedoch ist die Regelstudienzeit selten einzuhalten und die durchschnittliche Dauer eines Lehramtsstudiums ist vergleichbar mit der durchschnittlichen Dauer eines Fachstudiums [in Physik] (Bachelor und Master) von insgesamt 13,3 Semstern [vgl. DPG Lehramtsstudie, KFP Studierendenstatistik 2023]. Lehramtsstudierende absolvieren nach dem Studienabschluss zusätzlich einen Vorbereitungsdienst, auch Referendariat genannt. Dieser dauert, je nach Bundesland, zwischen einem Jahr [vgl. Brandenburg, OVP §14 (1)] und zwei Jahren [vgl. Bayern, ZALG §1 (2)]. Damit dauert die Lehramtsausbildung üblicherweise zwischen sieben und neuen Jahren.
Viele können sich diese lange Ausbildungszeit nicht leisten, sei es aus finanziellen Gründen oder aufgrund anderer Einschränkungen, wie etwa familiären Verpflichtungen. [Durchschnittliche Studiendauer Lehramt vs. Fachbachelor z.b. Studienstatistik DPG; warten auf Düchs]
Das größte Problem, mit dem Physikstudierende aller Art, also auch die Lehramtsstudierenden, im Hinblick auf die Arbeitsbelastung zu kämpfen haben, ist der hohe wahrgenommene Stress [Lahme et al 2024, S. 20].
Hinsichtlich der wahrgenommenen Belastungsfaktoren von Physikstudierenden zeigte sich insbesondere, dass "The math and lab courses and particularly the weekly exercises and self-study at home were the most relevant aspects linked to these quantitative and qualitative stressors, while exercises and tutorials were rarely mentioned." [Lahme et al. 2024, S. 5]
Die Lehramtsstudierenden, die nicht die Fächerkombination Mathematik und Physik studieren, sondern ein anderes Fach als Mathematik, sind stärker belastet. Ohne Mathematik als zweites Fach kann man das nötige mathematischen Vorwissen nicht durch das Zweitfach erbringen [DPG Studie S.78], sodass für das Erlernen der Techniken, teilweise sogar ohne den Erwerb von ECTS-Punkten, zusätzlich weiterer Workload anfällt. Die ZaPF hatte zudem 2023 schon angemerkt, dass der tatsächliche Workload in sämtlichen Physikstudiengängen dem eines Vollzeitjobs überschreitet [ZaPF e.V. 2023 Belastungen].
Zu Beginn des Studiums ist der Stress besonders hoch, da man zu diesem Zeitpunkt noch keine Routinen entwickelt hat und noch nicht einschätzen kann, welche Ansprüche an einen gestellt werden und welche Erwartungen man erfüllen muss. Am Ende resultiert daraus ein weiteres Hindernis, das viele Studierende dazu bewegt ihr Studium frühzeitig aufzugeben [Albrecht 2011]. Zudem ist anzumerken, dass über alle Fächer der hinweg die Abbruchquoten der Lehramtsstudierenden in der Studieneingangsphase am höchsten ist und in dieser Phase bei über 40 % liegt [Stifterverband, 2024, Lehrkräftetrichter].
ToDO: Abbruchquoten ist ein wichtiger Punkt. Dieser muss noch verstärkt ausgebaut werden. Die Abbruchquote im Physiklehramtsstudium ist besonders hoch: Im Wintersemester 2022/2023 schrieben sich 1866 Studierende für das Lehramt Physik ein, von denen 1078 den Lehramts-Bachelor wählten. Gleichzeitig erreichten in diesem Jahr nur 300 den Bachelor im Lehramt (vgl. Düchs und Runge 2023, S. 2f.).
Quellen:
https://www.dpg-physik.de/veroeffentlichungen/publikationen/studien-der-dpg/pix-studien/dpg-studie_das_lehramtsstudium_physik_in_deutschland.pdf
https://mbjs.brandenburg.de/bildung/lehrerin-lehrer-in-brandenburg/lehrkraefte-grundstaendige-ausbildung/vorbereitungsdienst/bewerbung-fuer-den-vorbereitungsdienst.html
https://www.bayernportal.de/dokumente/leistung/1063029936175?localize=false
Georg, Düchs; Erich, Runge (2023): Studium in der Verlängerung. Statistik zum Physikstudium in Deutschland 2023. Physik Journal 22 Nr.8/9. Online verfügbar unter https://www.dpg-physik.de/veroeffentlichungen/magazine-und-online-angebote/pj/studierendenstatistiken/pdf/studierendenstatistik-2023.pdf, zuletzt geprüft am 26.04.2026.
Lahme, Simon Zacharias; Cirkel, Jasper Ole; Hahn, Larissa; Hofmann, Julia; Neuhaus, Josefine; Schneider, Susanne; Klein, Pascal (2024): Enrollment to exams: Perceived stress dynamics among first-year physics students. In: Phys. Rev. Phys. Educ. Res. 20 (2). DOI: 10.1103/physrevphyseducres.20.020127.
https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayLPO_I-34
https://www.rv.hessenrecht.hessen.de/bshe/document/jlr-LehrBiGHE2011V11P15
https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayZALG/true
https://bravors.brandenburg.de/verordnungen/ovp
Organisatorische Hürden - Erstmal Abgeschlossen - Sprachlich nochmal anschauen
Das Lehramtsstudium deckt neben den beiden Unterrichtsfächern noch einen erziehungswissenschaftlichen Teil ab. De facto werden von den Studierenden drei Fächer parallel studiert. Daraus ergibt sich ein erhöhter Arbeitsaufwand im Vergleich zum Fachstudium, da sich die Studierenden in drei verschiedenen Denk-Domänen bewegen müssen und für alle drei Gebiete die notwendigen Grundlagen geschaffen und behalten werden müssen [vgl. Senel et al., 2025, S.4]. Dies fällt besonders auf, wenn neben Physik ein anderes zweites Unterrichtsfach als Mathematik gewählt wird [DPG Lehramtsstudie]. Zusätzlich bedeutet die Kombination von drei Fächern einen gesteigerten organisatorischen Aufwand, da die Module dieser Fächer, insbesondere zeitlich, aufeinander abgestimmt werden müssen. Hierbei kommt es häufig zu Überschneidungen von Lehrveranstaltungen, die im Curriculum verpflichtend sind, da nur die Kombinationen weniger Unterrichtsfächer aufeinander abgestimmt sind [vgl. Senel,2025,S.4]. Dies führt dazu, dass Module geschoben werden müssen, wodurch häufig das Studium verlängert wird, oder in untypischen Reihenfolgen belegt werden. Ebenso sind die drei Fächer häufig räumlich getrennt, wodurch sich zusätzliche Wege zwischen Lehrveranstaltungen ergeben, die die zeitliche Abstimmung der Module zusätzlich erschweren. Trotz dieser aufwändigen Abstimmung der drei Fächer kommt es häufig dazu, dass die Prüfungsphase sehr eng getaktet ist oder sogar dazu, dass sich Prüfungen überschneiden [vgl. Senel et al., 2025, S.4]. Dies führt, insbesondere zu Beginn des Studiums, zu hoher Frustration und möglicherweise zum Studienabbruch.
Soziale Integration
Im Lehramtsstudium ist die soziale Integration schwieriger als im Fachstudium '''Quelle'''. Üblicherweise sind die Kohorten im Physiklehramtsstudium deutlich kleiner als im Fachstudium [KFP Studierendenstatistik 2023].
~~Lehramtsstudierende haben seltener die Gelegenheit sich zu vernetzen. ~~
~~Häufig sind die Kohorten kleiner [Quelle] und Lehramtsstudierende sind dadurch sozial isolierter.~~
- Zwischen den Stühlen Sitzen -> keine richtige Vernetzung irgendwo -> Auch teilweise nur Vernetzung in einem Studienfach
- Das kann zum Studienabbruch führen -> Antonia liefert Quelle(n)
- Auch keine Vernetzung mit den Fachstudierenden, wegen starker auftrennung z.b. schon in Vorkursen/Erstiwochen -> Konflikt zwischen eingehn auf unterschiedliche Bedürfnisse der versch. Studiengänge und Profitieren (der Studierenden) von den unterschiedlichen Fähigkeiten Studierende unterschiedlicher Studiengänge
[Bessere Abstimmung von LA-Studiengängen (lokal)]
Referendariat (erstmal auslassen)
Zusammenfassung und Schlusswort
Weitere Dokumente
https://zapfev.de/resolutionen/sose24/Lehramt/Reso_DPG_Lehramt.pdf
https://zapfev.de/resolutionen/sose23/Lehramt/Resolution_zur_KMK_Lehrkraftmangel.pdf
https://zapfev.de/resolutionen/sose23/Lehramt/Resolution_zu_guter_Praxis_im_Lehramtsstudium.pdf
https://zapfev.de/resolutionen/sose23/Studium/Resolution_zur_Arbeitsbelastung_und_Studiendauer_im_Physikalischen_Grundstudium.pdf
Mögliche Quellen:
- https://journals.aps.org/prper/abstract/10.1103/PhysRevPhysEducRes.20.020127 (Lahme et al., 2024): Stress von Physikstudis im ersten Studienjahr
- https://www.dpg-physik.de/veroeffentlichungen/publikationen/studien-der-dpg/das-lehramtsstudium-physik-in-deutschland (DPG-Lehramtsstudie 2023: benutzbar für fast alles das mit dem Physiklehramtsstudium zu tun hat)
- https://www.stifterverband.org/sites/default/files/2024-12/lehrkraeftetrichter_laenderausgabe.pdf (Lehrkräftetrichter: Studienabbruch)
- https://www.dpg-physik.de/veroeffentlichungen/magazine-und-online-angebote/pj/studierendenstatistiken/pdf/studierendenstatistik-2022.pdf (DPG Physikjournal, Studierendenstatistik 2022, Zweitfächerverteilung, fachliche Angemessenheit, ...)
- https://www.pedocs.de/volltexte/2019/18131/pdf/Stanat_et_al_2019_IQB-Bildungstrend_2018.pdf (IQB-Bildungstrend, 2018, Kapitel 12: u.a. Daten zu LKs in den verschiedenen Bundesländern, Quereinstieg, fachfremd unterrichtende LKs,)
- https://www.vbe.de/fileadmin/user_upload/VBE/Service/Meinungsumfragen/22-03-31_Expertise-Lehrkraeftebedarf-Tabellenverzeichnis-final.pdf (VBE bzw. Klemm, 2022, Entwicklung von Lehrkräftebedarf und -angebot in Deutschland bis 2035: Daten zum LK-Bedarf und zur LK-Deckung und fachfremden Unterricht; auch speziell im MINT-Bereich)
- https://www.telekom-stiftung.de/sites/default/files/mint-lehrkraeftebedarf-2020-ergebnisbericht.pdf (über Waybackmachine noch aufrufbar: https://web.archive.org/web/20250127093822/https://www.telekom-stiftung.de/sites/default/files/mint-lehrkraeftebedarf-2020-ergebnisbericht.pdf) (Klemm 2020, Bedarfs- und Angebotsentwicklung in den MINT-Fächern in NRW)
- https://ojs.dpg-physik.de/index.php/phydid-b/article/view/1400 (Lahme et al. 2023, Belastungsquellen in der Studieneingangsphase Physik , auf deutsch)
- https://ojs.dpg-physik.de/index.php/phydid-b/article/view/1532 (Senel et al. 2025, Belastungserleben von Lehramtsstudierenden in der Studieneingangsphase Physik)
- https://link.springer.com/article/10.1007/s11618-019-00904-1 (Neugebauer et al. 2019, Studienabbruch in Deutschland Ausmaß, Ursachen, Folgen, Präventionsmöglichkeiten)
- https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/4415/Dissertation_Druckversion_Andre_Albrecht_UB.pdf?sequence=1&isAllowed=y (Albrecht, 2011, Risikofaktoren im Studieneinstieg (Thema Studienabbruch))
- Da kann man gut Quellen raus ziehen: https://www.pedocs.de/volltexte/2025/33418/pdf/Schild_2021_Eignung_von_domaenenspezifischen.pdf (Schild, 2021, Eignung von domänenspezifischen Studieneingangsvariablen als Prädiktoren für Studienerfolg im Fach und Lehramt Physik)
- Seriösität fragwürdig: https://idw-online.de/de/attachmentdata10571 und https://idw-online.de/de/news437478
Offene Punkte
- Bezeichnung "Positionspapier" am Ende prüfen. Erstmal wird der Text verfasst und dann prüfen wir, ob es eher einer ZaPF Reso oder einem PosPa entspricht. Entsprechend suchen wir dann eine Bezeichnung die für jDPG und ZaPF passt.
Protokoll
https://pads.zapf.in/SoSe26_Goettingen_AK_Lehramtspositionspapier
Warum gibt es den Arbeitskreis
- Auf der jDPG Mitgliederversammlung gab es ein Positionspapier zur Situation im Lehramtsstudium, dies wurde sowohl auf der Sammlung als auch von ZaPFika viel krittisiert
- Jetzt wollen wir zusammen(jDPG und ZaPF) zusammen ein Positionspapier/Reso zu diesem Thema schreiben
- Dabei wurde schon ein bisschen vorgeschrieben
- Am Ende soll auf der nächsten jDPG Mitglierder Versammlung darüber abgestimmt werden und danach auf der ZaPF WiSe2026
Bearbeiten des Dokumentes
Einleitung
- Absatz vier: Soll "realen Bedingungen" zu "aktuell realen Bedingungen" geändert werden?
- Es ist impliziert, das es um die aktuelle Situation geht
- Absatz drei: Basis bilden "Diskussion der jDPG" statt "Umfrage der jDPG" sowie Vertauschung von der Reihnfolge, sodass ZaPF anfang, jDPG mitte und
- Absatz zwei
Arbeitsaufwand
- Absatz: 1: Fokus zu sehr auf Regelstudienzeit
- Idee: Fokus auf die durchschnittsstudien Dauer -> nicht haltbarkeit der Regelstudeinzeit und zusätzliche längere Ausbildung durch den Vorbereitungsdienst
- Setze Absatz eins am Ende zur Überleitung zum nächsten Abschnitt
- Wir wollen die Durchschnittsdauer eines Sek II Ausbildung bei Herr Düchs
Organisatorische Hürden:
- Wieso sind Drei Fächer mehr Arbeitsaufwand?
- Es benötigt mehr und diversere Grundlagen
- Gibt es erhebung zu den Überschneidungen der Module
- Dopplung mit Absatz davor
- Noch Überschneidung von Prüfungen
Grundlegende Struktur
- Womit wollen wir den Text überhaupt Anfangen:
- Ausbildung soll mehr bezug auf Schule haben, nicht nur Fachwissenschaft sondern Fachwissenschaft im Bezug auf Schule, mehr Raum für Didaktik
Zusammenfassung/Ausblick
Hier ist eine kurze Zusammenfassung (ggf. mit einem kurzen Ausblick) des AKs einzutragen. Die Aufgabe fällt den Protokollantika des AK, in erster Linie jedoch den Leitika des AK zu.
Bitte überlege vorher, ob der AK vielleicht in eine bereits existierende Kategorie einordbar ist (im Liste aller Kategorien unter Inhalte).