SoSe25 80 Jahre Tag der Befreiung - was heißt das für die heutige Fachschaftsarbeit
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SoSe25 80 Jahre Tag der Befreiung - was heißt das für die heutige Fachschaftsarbeit
‘’‘Protokoll’‘’ vom 01.05.2025
- Beginn
- 08:15 Uhr
- Ende
- 10:25 Uhr
- Redeleitung
- Stefan Brackertz (Köln)
- Protokoll
- Nadja Voermanek (Marburg)
- Anwesende Fachschaften
- Universität Augsburg,–>
- Universität Bayreuth,–>
- Freie Universität Berlin,–>
- Humboldt-Universität zu Berlin,–>
- Universität Bremen, -->
- Technische Universität Chemnitz,–>
- Heinrich Heine Universität Düsseldorf (Physik und Medizinische Physik),–>
- Goethe-Universität Frankfurt a. Main,–>
- Christian-Albrechts-Universität zu Kiel,–>
- Universität zu Köln,–>
- Philipps-Universität Marburg,–>
- Universität Potsdam,–>
- Universität Rostock,–>
- Universität Wien,–>
Protokoll
Einstieg: Historischer Abriss - 08.05.45: Tag der Befreiung von den Nazis - positive Entwicklung (“Spirit of 45”) nach Befreiung: Zeitgeist eher Richtung Entmilitarisierung, Bündnisse (Vereinte Nationen), Antifaschismus, Entnazifizierung - Konferenz der Alliierten in Potsdam -> Nachkriegsordnung für Deutschland (Stichwort 4 Ds: Demilitarisierung, Denazifizierung, Dezentralisierung, Demokratisierung) - 4 Ds geben auch Richtung für Entwicklung der Hochschulen in der Nachkriegszeit vor - Marshall-Plan: (wirtschaftlicher) Aufbauplan für Nachkriegsdeutschland, um nicht die gleiche Entwicklung wie nach dem ersten Weltkrieg hervor zurufen; Stärkung von Bündnissen durch z.B. SchülerInnen-Austausch - “Nie wieder Faschismus heißt nie wieder Krieg” - Ansatz: Faschismus ausrotten, z.B. pädagogische Hochschulen Gründen, damit nicht Ex-Soldaten die Bildung übernehmen - “Demokratie ist ein way of life”
Auszug Erklärung der Menschenrechte: - Artikel 26: Recht auf Bildung - Bildung als Werkzeug der Demokratisierung - Formulierung der Menschenrechte als Gegenprogramm zum Faschismus (Gleichheit der Menschen anstatt Rassismus und “Herrenrasse”) - Gründung der UNESCO (Verfassung von 1945: Krieg durch Ausnutzung von Unwissenheit) - weitere Anmerkung: anerzogene autoritäre Strukturen (z.B. aus Kaiserreich) können auch anfälliger für Faschismus und eine Führerfigur machen - Verfassung der UNESCO erkennt an, dass breite Bevölkerung mit machen musste in Nazi-Deutschland - Ansatz: aktive Zivilgesellschaft (Austäusche, Jugendarbeit, etc.) als Teil der Demokratisierung - Austausch als Auflage bei Neugründung von Sportvereinen und ähnlichem zur Bildung einer neuen demokratischen Generation (häufig mit / nach Großbrittanien) - Verfassung der UNESCO behandelt nicht, wo Faschismus her kommt - Machtergreifung der Nazis ist Darstellung der Nazis; zutreffender ist, dass Machtübergabe (gedacht als temporäre “Machtausleihe”) von den Konservativen statt fand, damit Hitler die populistische “Drecksarbeit” für sie macht (Gewerkschaften zerschlagen, gegen Linke vorgehen, Ostexpansion, Enteignung von jüdischen Menschen etc.), um Reolution zu verhindern - Verfassung der UNESCO: “Frieden muss im Geiste der Menschen verankert werden” - es kommt nicht nur darauf an, ob Bildung, sondern auch welche Bildung - Rechte gehen gegen Bildung vor (zB in Österreich will die FPÖ Studibeiträge massiv anheben) - Frage: Warum steuern wir wieder auf den Faschismus zu obwohl Bildung ja jetzt vorhanden sein sollte? Hat die Bildung versagt? - Internet als Plattform für Fehlinformationen katalysiert Populismus -> vielleicht kommt Bildung schwer dagegen an - Debatten werden von rechts emotionalisiert, Rationalismus und Bildung werden damit umgangen - Trump: “I love the uneducated” - theoretisches Wissen über Faschismus reicht nicht, es muss mehr gelehrt werden, was Gleichheit der Menschen in der Praxis heißt und wie Populismus fuktioniert und Frustration ausnutzen kann - Spirit of 45 scheint nicht mehr so da zu sein - Ansatz: Demokratie lernen durch Demokratie aktiv machen
Lage der Hochschulen nach 45: - verfasste Studierendenschaften sollen allgemeinpolitisch arbeiten (wurde später wieder relativiert) - Stern 1948: “…teach the students some political responsibility” - Wiederaufblühen von nationalistischen Strömungen an entpolitisierten deutschen Unis (z.B. Göttingen) - langsame Denazifizierung durch politische Bildung / Demokratisierung der Asten - Sind verfasste Studierendenschaften noch politisch genug? Wird genug politische Awareness geschaffen? - Denazifierung der Dozierenden lief schleppend - Blaues Gutachten (1948): sollte klären, ob Denazifizierung klappt oder gescheitert ist; wie können Hochschulen demokratisch wieder aufgebaut werden?; Hochschule als Teil des gemeinschaftlichen Lebens und nicht nur als Ort für Forschung - Intersiziplinarität fördern - Westintegration: allgemeinpolitisches Mandat den Fachschaften entzogen nach 68
Fazit: - Fachschaften als Ort der gelebten Demokratie müssen gewertschätzt werden - Wir sehen, dass teilweise Angst vor politischer Stellungsnahmen (der Studierendenschaften) an Unis besteht - wie wollen wir damit umgehen? - Wir müssen solidarisch sein mit Betroffenen von Kürzungen der Gelder - alles ist politisch (unpolitisches Verhalten unterstützt nur die aktuelle Gesellschaftsstruktur) - Fachschaften, um die Fachbereiche zu politisieren
https://pads.zapf.in/SoSe25_Erlangen_AK_80Jahre